Herausgegeben von Ulrike Groos und Sebastian Preuß für das Institut für Auslandsbeziehungen. Ein Industrieller gründete 1951 die Biennale in São Paulo, die zweitälteste Kunstschau ihrer Art. Das erklärte Vorbild war von Beginn an die Mutter aller Biennalen in Venedig. Wie dort suchten die teilnehmenden Länder die Künstler aus und sandten sie auf eigene Kosten nach Brasilien. Die junge Bundesrepublik räumte der Weltkunstausstellung im fernen São Paulo stets große Bedeutung ein. Seit 1977 war auch die DDR vertreten, wenn auch mit einem sehr viel bescheideneren Auftritt. Das reich bebilderte Buch dokumentiert erstmals alle deutschen Beiträge in den bislang 30 Biennalen und beleuchtet sie im Kontext der Nachkriegskunstgeschichte und der Kulturpolitik. Eigene Essays schildern die Gründung und die Geschichte der Biennale, die eng mit dem Schicksal der brasilianischen Moderne verbunden ist.
Den reich bebilderten von Ulrike Groos und Sebastian Preuss herausgegebene Band findet Eva-Christina Meier etwas zu deutschzentriert. Einen Gesamteindruck der Biennale in São Paulo zu vermitteln und den kulturellen Austausch zu beleuchten, gelingt den Herausgebern laut Rezensentin leider nicht beziehungsweise nur ansatzweise, etwa in einem Beitrag des brasilianischen Kulturwissenschaftlers Vinicius Spricigo über die Entstehung der brasilianischen Moderne unter dem Einfluss der Biennale. Als Nachkriegskunstgeschichte Deutschlands allerdings überzeugt sie das Buch durchweg. Die Dokumentation der deutschen Biennale-Beiträge etwa zeigt Meier, wie die Deutschen an die Vorkriegsavantgarde anzuknüpfen bemüht waren.
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