Wer denkt bei dem Stichwort Mikrokredite nicht an Bangladesh, Armutsbekämpfung, Gemeinwohl? Das positive Image der Mikrokredite als Strategie gegen Armut hält sich bis heute. Nicht zuletzt wegen Muhammad Yunus, über den Entwicklungsminister Dirk Niebel sagt, er habe "mit der Grameen Bank vorgemacht, dass man auch mit ganz armen Menschen nachhaltige Bankgeschäfte tätigen kann". Dafür bekam Yunus 2006 den Friedensnobelpreis. So weit die Legende. Weniger bekannt ist die Kehrseite der Mikrofinanz-Industrie. Es handelt sich um ein Geschäftsmodell, das Gemeinschaften in vielen Ländern in die Überschuldung treibt. Die Folgen sind psychosozialer Druck, Pfändung und Enteignung bis hin zu Suizid. Dabei sollte schon eine einzige Zahl genügen, um den Glauben an die wohltätige Wirkung der Mikrofinanz zu verlieren: 35 Prozent. So hoch sind die effektiven Zinssätze für Mikrokredite im weltweiten Durchschnitt. Gerhard Klas, freier Journalist aus Köln, beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Thema. Sein Buch ist die erste umfassende Studie in deutscher Sprache, die sich kritisch mit der Mikrofinanz-Industrie auseinandersetzt. Er schreibt über Allianzen von Investoren, Banken und NGOs, zeichnet den Paradigmenwechsel der "Entwicklungshilfe" nach, räumt mit den Mythen der Mikrofinanzwelt auf und zieht nicht zuletzt die Querverbindungen zum reichen Deutschland. Für ihn steht fest: Die Mikrofinanz ist – gemessen an ihren proklamierten Zielen – eine Geschichte des Scheiterns. "Ethisches Investment" ist eine Illusion. Das Kreditgeschäft funktioniert auf Kosten und nicht zum Nutzen der Armen.
Erhellend scheint Phil Mader diese kritische Auseinandersetzung mit der Mikrofinanz-Industrie von Gerhard Klas. Der Autor führt seines Erachtens überzeugend vor Augen, dass Mikrokredite als Instrument der Entwicklungshilfe zum Scheitern verurteilt sind, auch wenn sie hierzulande noch immer den Nimbus eines "Allheilmittels gegen Armut" haben: Sie sind profitabel für die Geldgeber, haben aber keine armutslindernde Wirkung. Deutlich macht Klas dies für Mader besonders am Beispiel Südasien. Dass sich der Autor ideologiekritisch auf das Negative der Mikrokredite konzentriert, will er nicht verschweigen. Als Korrektur an einer öffentlich kaum hinterfragten Geschäftsidee hält er dies aber für legitim.
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