Barbara Beuys

Helene Schjerfbeck

Die Malerin aus Finnland
Cover: Helene Schjerfbeck
Insel Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783458176893
Gebunden, 464 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

In Skandinavien wird sie als eine der bedeutendsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts gefeiert, in Deutschland ist sie spätestens seit der vielgerühmten Ausstellung in der Frankfurter Schirn 2014 keine Unbekannte mehr: Helene Schjerfbeck. Barbara Beuys schildert das dramatische und stürmische Leben der Malerin, in dem über tausend Bilder entstehen - Selbstporträts, Stillleben, Landschaften, vor allem aber Porträts moderner junger Frauen. Bereits im Alter von elf Jahren machte Helene Schjerfbeck als Wunderkind mit genialen Zeichnungen auf sich aufmerksam. Sie wird in die renommierte Mal- und Zeichenschule von Helsinki aufgenommen und provoziert mit sensiblen Historienbildern - eine Sensation, denn das war bisher Männersache. Sie erhält großzügige Stipendien, malt in Paris, im bretonischen Pont-Aven und in der Künstlerkolonie von St. Ives in Cornwall. Ihre Bilder hängen im Pariser Salon und auf Weltausstellungen. Als sie sich weigert, ihre Malerei in den Dienst des finnischen Nationalismus zu stellen, wird sie zur Außenseiterin. Erst eine Ausstellung in Helsinki bringt 1917 den Durchbruch in Finnland, eine Einzelausstellung 1937 in Stockholm ist ein Triumph, der Schjerfbecks Ruhm als Meisterin der Moderne in Skandinavien begründet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2016

Julia Voss schätzt die Historikerin Barbara Beuys, die bereits eine Biografie über Paula Modersohn-Becker und eine Geschichte über Emanzipation im Kaiserreich vorgelegt hat. Umso gespannter liest die Kritikerin diese umfassende Biografie der finnischen Malerin Helene Schjerfbeck, die ihre Berühmtheit nie über die Grenzen Skandinaviens ausdehnen konnte. Die Erwartungen der Rezensentin werden nicht enttäuscht: Beuys räumt mit Klischees auf, etwa jenem, dass die Malerin durch eine Gehbehinderung seit dem Kindesalter chronisch krank gewesen sei. Vielmehr folgt Voss Schjerfbeck auf zahlreichen Reisen, nach Paris, in die Bretagne, England oder Russland, erlebt, wie die Malerin sich trotz der Einschränkung Museen, Städte und Landschaften erläuft und liest mit großem Interesse, wie sie bis zur ersten Schmähkritik als Wunderkind gehandelt wurde. Großartig, wie detailreich Beuys die privaten Tragödien und den schwierigen Werdegang der Malerin in einer "Männerdomäne" nachzeichnet, lobt die Kritikerin, die diesem Buch viele Übersetzungen wünscht.
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