Russland ist dem Westen suspekt. Als ARD-Korrespondentin hat Gabriele Krone-Schmalz die Jahre des Umbruchs in der Sowjetunion miterlebt und die darauf folgende Entwicklung Russlands genau beobachtet. Sie weist auf die Diskrepanzen zwischen der russischen Realität und den Stereotypen in der westlichen Wahrnehmung hin. Sie stellt sich der Herausforderung, bewusste und unbewusste Verfälschungen im gängigen Russlandbild aufzuzeigen und scheut dabei vor zentralen Reizthemen wie Putins "gelenkter Demokratie", Energiepolitik, Pressefreiheit, Tschetschenien nicht zurück.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2008
Zwei neue Bücher von Auslandskorrespondenten über Russland bespricht Alexander Schrepfer-Proskurjakov Rücken an Rücken. Interessant scheinen sie ihm nicht zuletzt deshalb, weil sie in ihrer Einschätzung der russischen Politgegenwart zu recht unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Während Dirk Sager die westlichen Sorgen für sehr wohl gerechtfertigt hält, sieht Gabriele Krone-Schmalz viele Vorurteile und übertriebenen Alarmismus im Spiel. Zwar scheint ihr manche Kritik sehr wohl angebracht, vor allem aber die Respektlosigkeit, die nach dem Kalten Krieg die Haltung gegenüber Russland bestimme, findet sie mehr als bedenklich. Der Rezensent geht auf die einzelnen Argumente leider nicht näher ein - und bleibt auch in der Beurteilung sowohl Russlands als auch der beiden Bücher völlig neutral.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.03.2008
Ingo Petz hat zwei neue Bücher über das postsowjetische Russland gelesen, die er sehr unterschiedlich bewertet. Gabriele Krone-Schmalz' Darstellung des gegenwärtigen Russlands hat den Rezensenten maßlos geärgert, und er wirft der ehemaligen ARD-Korrespondentin eine beschönigende, geschichtsklitternde und allzu eindimensionale Sichtweise vor. Dabei gehe es der Autorin darum zu zeigen, dass die deutsche, überwiegend negative Berichterstattung über Russland viel zu klischeehaft sei. Demgegenüber versuche sie, ein positiveres Bild des heutigen Russlands zu zeichnen. Mitunter hat der Rezensent gar den üblen Eindruck, dass Krone-Schmalz mit ihren vereinfachenden Darstellungen bei Themen wie der russischen "Vergangenheitsbewältigung" ihre Leser manipulieren will und ihre "Relativierungen" beispielsweise der politischen Ziele des staatlichen Energiekonzerns Gasprom findet er alles andere als überzeugend.
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