Im Kreml herrschte noch Breschnew, als Karl Eckstein 1982 der sicheren Heimat den Rücken kehrte, um sich hinter dem Eisernen Vorhang niederzulassen. In "Russen sind anders" schildert der Schweizer mit deutschrussischen Wurzeln, was er beim Wandel von der Sowjetunion zum modernen Russland aus nächster Nähe erlebt hat. Auch heikle Themen beim Namen nennend, erzählt der erste russische Honorarkonsul für die Schweiz seine Erlebnisse mit dem russischen Geheimdienst, von der Dekadenz der sowjetischen Elite, vom Lug des Sozialismus, von seinen tschetschenischen Freunden, von Mafia, Bürokratie und Korruption, aber auch von Frauen, Wodka, Verkehrspolizisten, von den Eigenarten der Russen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.02.2008
Der Rezensent mit dem Kürzel R. M. ist doch etwas befremdet über dieses höchst subjektive Buch zum modernen Russland. Die Kennerschaft des seit Jahrzehnten dort lebenden Schweizers Karl Eckstein, der seine Erfahrungen von Gisela Tobler aufschreiben ließ, ist doch zu sehr von dessen persönlichen Erfahrungen, unter anderem beim Geschäftemachen, geprägt. Zwar wird nicht verschwiegen, dass es um die Demokratie in Russland nicht zum Besten steht, über Putins Machterhalt oder den Tschetschenienkonflikt allerdings verrät das Buch nichts. Dafür schimpft der Autor fleißig über das Russlandbild westlicher Medien. Außerdem lässt Eckstein nach Meinung des Rezensenten keine Gelegenheit aus, sich selbst als "Tausendsassa" zu inszenieren.
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