Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2005
Der englische Autor G.F. Chesterton war ein Anhänger der "Theologie der Begrenzung", charakterisiert Elmar Schenkel den Erfinder der "Father Brown"- Geschichten. Begrenzung ist für Schenkel gleichbedeutend mi: "Demut, Bescheidenheit". Über solche Tugenden lässt sich natürlich vortrefflich philosophieren, plaudern und dichten in Zusammenhang mit Festen und Tagen wie Weihnachten oder Neujahr, was Chesterton mit viel Liebe und Sinn für den englischen common sense bewerkstelligt haben soll. Schenkel findet sein Vergnügen an diesen Erörterungen über zu frühen Weihnachtskommerz (wir befinden uns in den 30er Jahren!) und das falsche Weihnachtsessen (keine flasche Bescheidenheit!). Besonders bemerkenswert aus heutiger Sicht ist sicher der Essay über Preußen als Weihnachtsfeind, für Chesterton im Jahr 1937 ein Synonym für Pedanterie, Humorlosigkeit und Größenwahn. Chesterton findet "immer klare Worte in einer Welt der Unentschiedenheit", lobt Schenkel, diesbezüglich hätten sich die Zeiten gar nicht geändert. Mehr Einfachheit sei doch ein guter Slogan!
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