Virginia Woolf

Granit und Regenbogen

Essays. Band 2
Cover: Granit und Regenbogen
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014
ISBN 9783100925688
Kartoniert, 320 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Klaus Reichert. Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek und Heidi Zerning. Virginia Woolfs Gedanken zu Literatur und Leben Ihre Romane gehören zur Weltliteratur, ihre Tagebücher und autobiografischen Schriften sind berühmt. Aber als glänzende, höchst anregende Essayistin ist Virginia Woolf immer noch zu entdecken. Die leidenschaftliche Leserin schrieb viele ihrer Rezensionen und Betrachtungen für das renommierte Times Literary Supplement und andere Zeitschriften. Mit schwebender Aufmerksamkeit widmet sie sich den Themen, die Literatur, Kunst und Leben ihr stellen, und offenbart dabei den ganzen Reichtum ihres Wissens und Denkens, die Vielfalt ihrer gestalterischen Möglichkeiten und den Zauber ihrer Prosa. Die beiden Textsammlungen Granit und Regenbogen (Bd. 092568) und Das Totenbett des Kapitäns (Bd. 092560), ausgewählt aus dem immensen essayistischen Werk, bilden den Abschluss der Ausgabe der Gesammelten Werke von Virginia Woolf.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.03.2015

Als "Schreib- und Leseschule in einem" empfiehlt Meike Feßmann die beiden jetzt im S.-Fischer-Verlag erschienenen Essaybande "Das Totenbett des Kapitäns" und "Granit und Regenbogen" von Virginia Woolf. Wie Woolf darin über allgemeine schriftstellerische Phänomene nachdenkt, ihren eigenen Schreibprozess reflektiert und das Werk anderer Autoren wie Iwan Turgenjew, Joseph Conrad oder Marcel Proust charakterisiert, findet die Rezensentin luzide, lehrreich und lesenswert. So originell wie plausibel erscheint ihr etwa die von Woolf gepflegte Unterscheidung "zwischen Rezensenten und Kritikern" oder die polemische Invektive gegen James Joyce. "Was kann man nicht alles von ihr lernen!", seufzt Feßmann beeindruckt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.08.2014

Mit viel Freude liest sich Werner von Koppenfels durch diese zwei Bände neu übersetzten Essays, mit denen der S.-Fischer-Verlag seine Virginia-Woolf-Ausgabe nach einem Vierteljahrhundert abschließt und damit die teils ungünstig verlaufene Rezeption der britischen Autorin im deutschsprachigen Raum wieder ein wenig gutmacht. Etwas bedauerlich findet es der Rezensent zwar schon, dass die in der englischen Ausgabe berücksichtigten Fundstücke von seinerzeit anonym veröffentlichten Texten in dieser Sammlung nicht berücksichtigt werden. Doch seine Freude über die kluge, ironische und vitale Schreibweise der thematisch äußerst wendigen und intellektuell ohnehin erhabenen Autorin wird davon keineswegs getrübt: Stets geht es bei ihr "die Metamorphose von Leben in Literatur und um den weiblichen Blick darauf", wie von Koppenfels an zahlreichen kleinen Beispielen festmacht, auch wenn er - wie etwa bei Woolfs Kritik an Hemingway - nicht immer ganz d'accord geht. Es überwiegt ohnehin der literarische Genuss: Der Kritiker bewundert, mit welchem Sinn fürs Detail Woolf ihre Essays komponiert, die Spontaneität deren Wirkung und deren "künstlerische Vielfalt".