Friedrich Ani

Letzte Ehre

Roman
Cover: Letzte Ehre
Suhrkamp Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783518429907
Gebunden, 270 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Die siebzehnjährige Finja Madsen ist nach einer Party nicht nach Hause gekommen. Es gibt keine Zeugen, keine äußeren Anhaltspunkte dafür, was mit ihr passiert ist. Die Ermittlungen stecken fest. Oberkommissarin Fariza Nasri vernimmt Personen aus dem Umfeld der Vermissten, darunter auch den Freund der Mutter, Stephan Barig. In dessen Haus hat die Party stattgefunden, während er das Wochenende mit zwei Bekannten auf dem Land verbrachte. Barig gibt gewissenhaft Auskunft. Nasri hört zu, stellt Fragen - und ist sich mit einem Mal sicher, dass der Mann lügt. Doch hat er wirklich etwas mit dem Verschwinden der jungen Finja zu tun, oder verbirgt er etwas ganz Anderes?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 30.07.2021

Dem Rezensenten Tobias Gohlis kommen die Tränen beim Lesen von Friedrich Anis neuem Kriminalroman. Keineswegs, weil der Text so schlecht wäre. Im Gegenteil, erklärt Gohlis. Anis Darstellung eines besonders gewaltsamen Falles von seriellem Kindesmissbrauch, dem seine Kommissarin Nasri auf der Spur ist, ist von derart persönlichem und packendem Zugriff, dass dem Leser unweigerlich untröstlich zumute wird, meint der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 10.06.2021

Rezensent Jan Drees lobt Friedrich Anis Kriminalroman "Letzte Ehre". Was konventionell mit dem mysteriösen Verschwinden einer jungen Frau beginnt, verstrickt sich in ein "unheimliches Gespinst" zusammenhängender Missbrauchsfälle, die von der Protagonistin Fariza Nasri, einer Münchner Kriminalkommissarin aufgeklärt werden sollen, lässt uns der Rezensent wissen. Die Figurenzeichnung ist empathisch, die Dialoge besitzen gehobene Sprachelemente und die Handlung bleibt dennoch diskret und frei von Gewaltszenen, das gefällt Drees. Die Arbeit an der Fassung des Romans ist seinen Informationen zufolge langwierig und mühsam gewesen, die vielen Anläufe bis zum Endergebnis haben sich dem zufriedenen Rezensenten zufolge jedoch gelohnt. "Letzte Ehre" zollt der Autor mit diesem Buch auch seinem vergangenen Jahres verstorbenen Suhrkamp-Lektor Raimund Fellinger, und das auf äußerst bewegende Art und Weise, schließt Drees berührt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.06.2021

Rezensentin Sylvia Staude kennt Friedrich Ani als sanftmütigen Erkunder verlorener Seelen, doch in seinem neuen Krimi "Letzte Ehre" begegnet ihr ein ungeahnter Zorn. Im Mittelpunkt des Romans über männliche Gewalttätigkeit, Frauenhass und Übergriffe steht die Ermittlerin Fariza Nasri, die auf die sechzig zugeht und sich selbst ein bisschen fremd geworden ist, wie Staude schreibt. Düster, beunruhigend, geradezu bestürzend findet die Rezensentin den Roman, dessen Atmosphäre alltäglicher Verletzungen Ani selbst sehr schön versinnbildliche, wenn er "stacheligen Nieselregen" fallen lasse. Wie sich das anfühlt, ahnt die Rezensentin.
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