Aus dem Englischen von Waltraud Götting. Mit einem Nachwort von Marlene Streeruwitz. Wie ist die subtile wie gewalttätige Unterdrückung einer Hälfte der Menschheit durch deren andere Hälfte zu erklären? Der irische Autor und BBC-Journalist Jack Holland verfolgt in seinem Buch die frauenfeindliche Grundhaltung des Abendlandes zurück bis zu ihren Wurzeln in Philosophie und Christentum. Er zeigt, wie männliche Denker und Schriftsteller von Platon und Aristoteles bis Rousseau und Weininger die aberwitzigsten Begründungen für ihre Theorie der naturgegebenen Minderwertigkeit der Frau geliefert haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2008
Nicht wirklich zufrieden scheint Rezensentin Christine Tauber mit Jack Hollands Geschichte des Frauenhasses. Zwar findet sie die engagierte Herangehensweise des Autors durchaus sympathisch, aber zum einen bietet das Buch trotz der Fülle des Materials und des Anspruchs, die gesamte Geschichte der Mysogynie zu zeichnen, kaum Neues. Das Meiste hat sie anderswo schon treffender gelesen, etwa bei Simone de Beauvoir. Zum anderen schießt Holland in ihren Augen oft über das Ziel hinaus. So hält Tauber ihm etwa vor, Zitate aus dem Kontext zu reißen und Positionen zu verkürzen. Gerade, was Holland im "gerechten Zorn der Enthüllung" über Kant und Freud schreibt, ist in ihren Augen ziemlich daneben, weil höchst "sinnentstellend". Insgesamt vermisst die Rezensentin die genauere Analyse und die "tiefer gehende Erschließung".
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