Friedrich Achleitner

Einschlafgeschichten

Cover: Einschlafgeschichten
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2003
ISBN 9783552052253
Gebunden, 104 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Als Mitglied der legendären Wiener Gruppe zertrümmerte Friedrich Achleitner die Mythen der traditionellen Poesie, als Architekturkritiker warnte er vor Zerstörung und Spekulation, und als Architekturhistoriker katalogisiert er ganz Österreich. Nun ist eine veritable Sensation anzukündigen: Friedrich Achleitners erste Prosasammlung. Die Geschichten drehen sich zum einen im Wortsinn um das, was sie bezeichnen, zum anderen werfen sie immer einen wunderbar wachen und ironischen Blick auf Dinge und Begebenheiten, die den Alltag begleiten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2004

Friedrich Achleitner ist ein vielseitiger Mann, erklärt Thomas Poiss. Eigentlich sei er Architekt, machte aber in den 50er und 60er Jahren als Mitglied und Poet der Wiener Gruppe von sich reden. In den letzten Jahren sei er eigentlich nur noch als Architekturkritiker in Erscheinung getreten, weshalb Poiss sich nun von Achleitners "einschlafgeschichten" positiv überrascht zeigt. Beruhigend seien sie ganz und gar nicht, versichert der Rezensent. Vielmehr seien sie jenem überwachen Zustand entsprungen, wenn jemand einzuschlafen versuche und ihm dieses partout nicht gelänge und er stattdessen skurrile Tagalbträume produziere. Zwangsvorstellungen könne man das auch nennen, die Achleitner furios vortrage, freut sich Poiss. Nicht nur Achleitners Figuren entwickelten nämlich ein seltsames Eigenleben, auch seine Sprache agiere sehr eigenständig, so dass ganze Grußwörter, Punkt und Komma, ja Sätze in Dialoge miteinander träten. Vielleicht legt ja doch mal ein fürsorglicher Hotelier Achleitners "einschlafgeschichten" unter das ein oder andere Kopfkissen, hofft Thomas Poiss. Zuzutrauen wäre es dieser von Achleitner so grandios eingefangenen Wirklichkeit durchaus, der die literarische Avantgarde ja kaum noch hinterher käme, brummelt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.09.2003

Rolf-Bernhard Essig wirkt fast ein wenig verzückt angesichts dieser "putzmunteren, oft politischen Prosa-Petitessen" von Friedrich Achleitner. Die Texte seiner Einschlafgeschichten seien ausnahmslos kurz, ergäben häufig keinen erkennbaren Sinn, zeichneten sich aber durch große Originalität, teils auch gepaart mit einer gewissen Bissigkeit, aus, befindet Essig. Das Fazit des Rezensenten: hervorragend zur Vorbereitung auf das Träumen geeignet, ebenso wie zum Vorlesen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.03.2003

Paul Jandl ist schlichtweg begeistert von Friedrich Achleitners Sammelband mit 79 Einschlafgeschichten. Glücklicherweise verleugne Achleitner nicht seine Wurzeln, die in der konkreten Poesie der "Wiener Gruppe" liegen, meint der Rezensent, die Kurzgeschichten mit den darin beschriebenen Kuriositäten des Alltags seien von strenger Form geprägt und erinnern den Rezensenten bisweilen sogar an Ernst Jandl. Voller Witz und "philosophischer Verve" habe der Autor seine Geschichten geschrieben, so dass dem Leser die Möglichkeit gegeben werde, die Geschichten auf verschiedene Art zu lesen und zu interpretieren, stellt der Rezensent angetan fest.

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