Mit Fotografien von Hertha Hurnaus und Interviews mit Friedrich Achleitner und Harry Glück. Kein österreichischer Architekt hat so viele Wohnungen geplant wie er. Und kein anderer hat mit seinen Bauten die heimische Architektenschaft so polarisiert - obwohl oder vielleicht sogar weil es Harry Glück seit den 1960er Jahren gelingt, im sozialen Wohnbau unvergleichlich hohe Wohnzufriedenheit zu schaffen. Der Wohnpark Alt Erlaa mit seinen Dachschwimmbädern, Gemeinschaftseinrichtungen und großzügigen Grünräumen wurde zur Ikone seines Modells eines "menschengerechten" Wohnbaus, aber auch seine innerstädtischen Terrassenhäuser und verdichteten Flachbausiedlungen offenbaren, dass Glück den Wohnbau nicht nur in einer sozialen, ökologischen und stadtplanerischen, sondern auch in einer gesellschaftspolitischen Verantwortung sieht. In seinem Buch geht der Stadtplaner Reinhard Seiß gemeinsam mit elf Autoren - Architekten, Wohnbauexperten, Nachhaltigkeitsforschern, Soziologen, Ethologen oder auch Kunsthistorikern - nicht zuletzt der Frage nach, worin die Bedeutung Harry Glücks für den heutigen Wohnbau liegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.02.2015
Der Bildband zu Harry Glücks Wohnbauten des Wiener Architekturkritikers Reinhard Seiß kommt genau zur richtigen Zeit, freut sich Laura Weißmüller. Aufgrund der rasant steigenden Mieten in den Großstädten wendet sich die Politik wieder der Frage des sozialen Wohnungsbaus zu, weiß die Rezensentin, die sich kein besseres Vorbild als Harry Glück für eine Rück- und Neubesinnung vorstellen könnte. Denn weder der Luxus- noch der Ramsch-Vorwurf treffen zu, erklärt Weißmüller, Glück arbeitet mit den gleichen Budgets, machte aber lieber Einsparungen bei der Ästhetik als beim Konzept, das er gemeinsam mit Soziologen und Anthropologen möglichst menschen- und wohnfreundlich gestalten wollte, so die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2015
Patricia Grzonka fühlt sich beglückt mit dieser Würdigung des Wiener Architekten Harry Glück zu dessen 90. Geburtstag. Glücks Einfluss auf den neueren Wiener Wohnbau scheint ihr in den Beiträgen im Band angemessen hervorgehoben. Der den Prinzipien des sozialen Wohnbaus folgende Entwurf der Terrassenhäuser Alt-Erlaa etwa leuchtet der Rezensentin nicht zuletzt durch das den Band zierende Bildmaterial in seiner Schönheit unmittelbar ein. Die Prinzipien von Glücks Architektur scheinen Grzonka allerdings eher überschaubar und in den Textbeiträgen in redundanter Weise betont. Als Überblicksdarstellung und Ansatz, den Diskurs über den sozialen Wohnbau anzustoßen, findet sie den Band gelungen, als (letzt-)gültige Einschätzung von Glücks Wirken scheint er ihr allerdings nicht zu genügen.
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