Herausgegeben von Hans-Joachim Döring und Uta Rüchel. Die in der bisherigen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Mosambik entstandenen "Freundschaftsbande"und "Beziehungskisten" sind noch längst nicht aufgearbeitet. Das Buch mit Beiträgen von Regierungsvertretern, der Kirchen, von Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftlern und Zeitzeugen aus Mosambik, der ehemaligen DDR sowie der alten und neuen Bundesrepublik bietet wichtige Impulse für einen kritischen Dialog. Es liefert Anregungen zur Lösung der im Zuge der Wiedervereinigung entstandenen Probleme um die erzwungene Rückkehr der ehemaligen DDR-Vertragsarbeiter. Bis heute kämpfen die "Madgermanes", wie sie in Mosambik genannt werden, um die ihnen vorenthaltenden Teile ihrer bis 1990 erarbeiteten Arbeitseinkommen und Rentenansprüche.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2005
Kritisch betrachtet Rezensent Joachim Scholtyseck diesen aus einer Tagung in Wittenberg hervorgegangenen Sammelband über die Mosambik-Politik der DDR. Er hält zumindest einem Teil der Beiträge eine "romantisch-verklärende Sichtweise" der DDR-Entwicklungshilfe vor. Die Mosambik-Politik der DDR beurteilt Scholtyseck insgesamt als "übel". Er hebt ihren ideologischen Charakter hervor, entlarvt ihre vorgebliche Uneigennützigkeit, berichtet über das Scheitern landwirtschaftlicher Großprojekte sowie die schlechte Behandlung von Mosambikern, die als "Gastarbeiter" ins Land geholt wurden. Die Beiträge der ehemaligen DDR-Diplomaten hinterlassen bei ihm den Eindruck, "als ob jenes Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten - kurz MfAA genannt - als Institution immer noch existiere". Scholtyseck resümiert: "So ist das Ganze eher ein Potpourri unterschiedlichster Erinnerungen als eine wissenschaftlich abgewogene Darstellung."
Recht aufschlussreich findet Rezensentin Marina Mai diesen Band über die Afrikapolitik der DDR gegenüber Mosambik. Sie hebt hervor, dass die Beiträge historische Fakten erhellen, die weit über die Afrikapolitik der DDR hinausreichen. Mai berichtet etwa über die Bemühungen der DDR, Agrarprodukte wie Kaffee, Südfrüchte und Tierfutter aus Mosambik zu beziehen, und diese mit Lkws oder Landmaschinen statt mit Devisen zu bezahlen. Sie hebt hervor, dass sich die versammelten Texte hinsichtlich ihrer Darstellung und Sicht sehr unterscheiden. So stehen wissenschaftliche Beiträge neben literarische Porträts und Erinnerungsberichten. Insgesamt aber ergeben sie für Mai ein "informatives Gesamtbild". Dabei nimmt sie die Beiträge am Ende des Bandes ausrücklich aus, die die bundesdeutsche Entwicklungszusammenarbeit in den 70er- und 80er-Jahren beschreiben. Diese stünden kaum im Bezug zu den anderen, sodass die von den Herausgebern angekündigte deutsch-deutsch-afrikanische Dreiecksgeschichte nicht plastisch werde.
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