Frederic Wandelere

Hilfe fürs Unkraut

Gedichte
Cover: Hilfe fürs Unkraut
Carl Hanser Verlag, München 2012
ISBN 9783446238688
Gebunden, 144 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Elisabeth Edl und Wolfgang Matz. Frédéric Wandelère, Dichter aus der Schweiz, ist (in den Worten von Philippe Jaccottet) "kaum sichtbar und nicht sehr laut", und doch seit Jahren einer der angesehensten Lyriker französischer Sprache. Spielerisch und melancholisch, von größter formaler Kunstfertigkeit und häufig von ironischer Distanz, beschwören seine Gedichte die wirkliche Welt: "Die ganz einfachen Dinge - das Gegenwärtigsein in der Welt, das man in der Natur findet, auf einem Berg oder auch in einer großen Anstrengung - diese Zugehörigkeit mittels der lebendigen Welt, das ist für mich das Wichtigste in einem Gedicht." "Hilfe fürs Unkraut" ist sein erstes Buch in deutscher Übersetzung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2012

Wenn sich der Dichter Frédéric Wandelère der Natur widmet, dann nicht in ihren epischen Dimensionen sondern in ihren Klein- und Kleinstteilen, "Heuschrecken, Ameisen, Schnecken" rücken ins Bild, berichtet Niklas Bender. In "Hilfe fürs Unkraut" sind Gedichte aus verschiedenen Sammlungen verschiedener Jahrzehnte erschienen, zum ersten Mal gibt es Wandelère auf Deutsch zu genießen, freut sich der Rezensent und bescheinigt den Übersetzern Elisabeth Edl und Wolfgang Matz, die Gedichte "kongenial" übertragen zu haben. Die Form- und Themenvielfalt macht es dem Rezensenten schwer, Wandelère zu charakterisieren, deswegen pickt er sich Einzelnes heraus. Bender gibt Philippe Jaccottet zwar Recht, der "die Freude am Dasein" in Wandelère erkannt haben will, erklärt aber, dass diese Freude sich auch mit existentieller Sorge mischt, wenn der Dichter zum Beispiel den Tod mit einer "beschwipsten Tänzerin" vergleicht: "... Jetzt läuft sie / meinen Freunden nach, behelligt sie ganz / ungeniert oder sinkt ihnen voll Lust / an die Brust". Wandelères Lesern verspricht Bender das ein oder andere "Aha-Erlebnis".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.08.2012

Glückliche Begegnung für Joseph Hanimann. So radikal verknappt diese Gedichte des der Romandie entstammenden Frederic Wandelere daherkommen, so originär klangvoll findet Hanimann sie. Wenn der Dichter in drei Verszeilen nur seine Heimat einfängt, die Hügel und fernen Seeufer, fühlt sich der Rezensent an Haikus erinnert, bloß ohne deren untergründige Weisheit. Ohne Naturergriffenheit auch, die der Autor kurzerhand durch trockene Akustik draußenhält. Dafür entdeckt Hanimann seltsame Perspektivwechsel, höhere Ironie im Sinne lächelnder Weltbejahung und im Übrigen eine gelungene Übertragung aus dem Französischen in diesem, wie er findet, die Lektüre lohnenden zweisprachigen Band.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2012

Frédéric Wandelères Gedichte lassen sich schwer übersetzen und fast nie ohne Verlust, schreibt der Rezensent Martin Zingg. Den Übersetzern Elisabeth Edl und Wolfgang Matz sei es trotzdem hervorragend gelungen, das Besondere an Wandelère einzufangen. Ihre Fassungen einer Auswahl seiner Gedichte sind jetzt in dem zweisprachigen Band "Hilfe fürs Unkraut" erschienen, mit einer Vorbemerkung von Philippe Jaccottet. Der Rezensent bezeichnet Wandelère als einen "homme de lettres" der leisen Töne. Die Gedichte kreisen um Alltägliches, der Titel seines ersten Gedichtbandes "Lektionen der Einfachheit" könne als Programm gelesen werden: Erinnerungen an eine Buchhändlerin oder an einen ausgestopften Walfisch auf dem Jahrmarkt finden sich darin. Besonders lobt der Rezensent, dass dem Dichter jegliches Pathos abgehe, das so viele seiner französischen Kollegen an den Tag legen. Martin Zingg legt den Band deutschsprachigen Lyrikliebhabern ans Herz, die einen Blick hinter die - häufig nur scheinbar - einfachen Themen werfen wollen.
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