Mit "Liebe auf den Kopf gestellt" legt der Erzähler Zoderer zum ersten Mal seit Jahrzehnten einen Gedichtband vor. Und zwar einen, der sich wiederum mit den großen Themen seines Werks beschäftigt: Liebe und Verzweiflung, Fremdheit und Vertrautheit, Abschied und Wiederkehr: "Zeig mir / Wolfsherz / die Fährte / zum dunkelsten Ort, zum / Niegefundenen ..."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2008
Beeindruckt ist Alexander Müller von Joseph Zoderers Gedichten, die um Themen wie Fremdheit und Vertrautheit, Ausgrenzung und Integration kreisen. Er bescheinigt dem Autor eine feine Wahrnehmung, präzise Beobachtungen und echte Gelassenheit. Genaue Naturbeschreibungen, die keinesfalls ein falsches Idyll zeichnen, sondern die finstere Weltlage (Irakkrieg) einfließen lassen, korrespondieren in Müllers Augen mit Gedichten über die Gedankenwelt des lyrischen Ichs und dessen Beziehungen zu einem geliebten Gegenüber. Er hebt hervor, dass die Gedichte einer "subtilen Dramaturgie" aus gegensätzlichen Motiven wie Erinnerung und Vergessen, Verlust und Wiederkehr, Zweifel und Gewissheit, Trauer und Glück usw. folgen, die Zoderer "faszinierend unscheinbar" und "sinnlich" miteinander verbinde.
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