"Sensers Gedichte sind geschliffene auf den Punkt gebrachte Protokolle metaphysischer Reisen und Begegnungen", schrieb Norbert Niemann in der ZEIT. Der vorliegende Band bestätigt diesen Rang, und er verstärkt ihn mit einem neuen Klang: mit den hämmernden Rhythmen und harten Reimen seiner trockenen Gegenwartsanalysen. Ein Blick voll schneidender Ironie auf ein Jahrtausend, das gerade erst begonnen hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.07.2007
Als einen der "aufregendsten Lyriker" unserer Tage preist Roman Bucheli den Dichter Armin Senser, der mit seinem neuen Gedichtband "Kalte Kriege" für den Rezensenten zum "poetischen Chronisten" des beginnenden 21. Jahrhunderts geworden ist. Sensers Ton trifft bei Bucheli auf einen Nerv. "Aufwühlend", wenn nicht gar "aufreizend lapidar" findet Bucheli die Sprache (auch wenn er hier und da manch versponnenen Gedanken oder gestelzte Formulierung entdeckt hat). Sowohl Titel als auch Themen - das Jahrhundert startet bei Senser mit Krieg, Folter, Mord, Theo van Gogh und Putin - lassen die Gedichte eminent politisch erscheinen, was der Rezensenten aber dahin gehend einschränkt, dass es Senser nicht um Tagesaktualität allein geht, sondern um die "Zuneigung zu allem Kreatürlichen". Berührend findet Bucheli auch, mit welch lapidaren Zeilen Senser Trost spenden kann: "Die Erde ist schließlich auch rund, damit wir uns wieder sehen können.".
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