Aus dem Spanischen von Ingrid Hacker-Klier. Mit Goya beginnt die moderne Malerei. Die spanische Geschichte zu seiner Zeit hatte mit der Gegenwart vieles gemeinsam: sie war eine Epoche der Revolution und damit eine Zeit radikaler Unruhen. Der Autor führt dem Leser diese Aspekte in Vergleichen mit Künstlern zurückliegender Epochen und der Moderne vor Augen.
Der Hirmer Verlag hat mit diesem Band über Francisco de Goya, den der amerikanische Kunsthistoriker Fred Licht zusammengestellt hat, den "seit langem schönsten" Bildband herausgebracht, schwärmt Rezensentin Petra Kipphoff. Allerdings mag sie der Grundthese des Autors, Goya sei ein Anarchist gewesen, nicht ganz zustimmen. Zwar fänden sich durchaus anarchistische Züge im Werk des Malers, doch sei es ihm Zeit seines Lebens nicht um die künstlerische Umsetzung einer Ideologie, sondern um die Realität in all ihren Widersprüchen gegangen, denkt Kipphoff. Ihre Kritik beeinträchtigt aber keineswegs ihr großes Lob für die zahlreichen, in diesem Band präsentierten "hervorragenden Reproduktionen" der Bilder des großen Künstlers.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.02.2002
In einer sehr kurzen Kritik lässt der Rezensent mit dem Kürzel cfb. seiner Begeisterung über dieses Buch freien Lauf. Er preist die "erstklassigen, großformatigen Reproduktionen" und die gut verständlichen Ausführungen des Autors und findet, dass Licht der "Komplexität" des Künstler mit seiner Darstellung völlig gerecht wird. Kritisch allerdings beurteilt cfb., dass über den Stand der Goyaforschung so gut wie nichts in dem Buch zu erfahren ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2002
Hans Jakob Meier zeigt sich sehr angetan von Fred Lichts "unkonventioneller" Biografie über Goya, die zugleich eine radikal pessimistisches Bild der Moderne entwirft. Trotz gelegentlicher, vom Rezensenten monierter Weitschweifigkeit des Biografen, hält er Lichts Arbeit für eine "profunde Darstellung der Kunst von Goya", geschrieben "ohne theoretische Kopflastigkeit und mit großer Kennerschaft". Meier hebt anerkennend hervor, dass der Autor Goya nicht für eine bestimmte kunsthistorische oder politische Richtung zu vereinnahmen sucht. Etwas störend empfindet er allerdings Lichts philosophischen am Existentialismus Heideggers und Sartres orientierten Zugriff auf Goya. Auch kreidet er Licht dessen bisweilen "verblüffend oberflächlichen Kritik der Moderne nach 1945" an, die seinem "klugen Buch" eher schaden würden. Nichtsdestoweniger und alles in allem: mehr Lob als Tadel für diese "dornige Hommage an Goya".
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