Franz-Xaver Kaufmann

Sozialpolitisches Denken

Die deutsche Tradition
Cover: Sozialpolitisches Denken
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783518123218
Kartoniert, 195 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Franz-Xaver Kaufmann legt hier eine detaillierte Begriffsgeschichte der Sozialpolitik vor. Im Spiegel der Karriere dieses Begriffes - von seinem ersten Auftreten im Horizont der Hegelschen Unterscheidung von Staat und bürgerlicher Gesellschaft über seine akademische Kodierung durch den 1873 gegründeten "Verein für Socialpolitik" und seine institutionelle Verankerung durch die Bismarckschen Sozialreformen bis zu seiner Bedeutung in der andauernden Krise des Sozialstaats - entsteht zugleich eine Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.01.2004

Das Wort "sozial" ist im Laufe der Zeit zu einem "Wundertütenwort" geworden, "dem man zutraute, aus seiner dunklen Fülle die Mittel zur Befriedigung noch der entlegensten Wünsche zu schöpfen", meint Kersten Knipp in seiner Besprechung eines Buches von Franz Xaver Kaufmann über die deutsche Tradition sozialpolitischen Denkens. Der Rezensent entdeckt eine Unvereinbarkeit des "Glaubens an die Wünschbarkeit des Sozialen" mit der Krise als konstitutivem Bestandteil moderner Gesellschaften, wie der Autor sie in seinem "klugen Buch" definiere. Eine Antwort auf die Frage, wie der Sozialstaat zu reformieren sei, gibt auch Kaufmann nicht, bedauert der Rezensent und sieht den Grund in einem "Anwendungsdilemma", in dem sich der Autor befinde. Dafür erinnert uns Kaufmann daran, dass in der aktuellen Diskussion viel auf dem Spiel steht, wie der Rezensent meint. Und die Lektüre des Buches lasse den unangemessenen "populistischen Ton" der Debatte deutlich hervortreten. "Sozialpolitik", zitiert Knipp den Autor, "auch soziale Umverteilungspolitik ist eine Weise, in der sich ein Gemeinwesen seiner basalen Solidarität versichert. Und es tut dies um des kollektiven Nutzens willen".

Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Daniel Kehlmann. Afrika - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Daniel Kehlmann: Afrika
Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…