Lothar Lienicke und Franz Bludau zeichnen die Geschichte Michael Gartenschlägers nach, seines spektakulären Widerstands gegen ein Regime, dessen Menschenverachtung er der Weltöffentlichkeit vor Augen führen wollte. Die Autoren haben aber auch nach akribischen Recherchen rekonstruiert, wie nicht nur Mielkes Ministerium für Staatssicherheit sondern auch die Bundesrepublik zu Zeiten der Entspannungspolitik auf die "Provokationen" Gartenschlägers reagierten. Insofern stellt die "Todesautomatik" ebenso eine Würdigung der Person Gartenschlägers wie ein tragisches Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte dar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2002
Ausstattung, Stil, Herangehensweise - Rezensent Detlef Kühn hält diese politische Biografie für rundum gelungen. Die Dokumente im Anhang gestatten Einblicke in "die Arbeitsweise des MfS, aber auch der westdeutschen Justiz". Überdies ist das Buch "spannend geschrieben" und beruht auf gründlicher Recherche, lobt Kühn. Entscheidend ist für ihn aber, dass Lothar Lienicke und Franz Bludau dabei das Leben des mit 32 Jahren an der innerdeutschen Grenze erschossenen Michael Gartenschläger in größere politische Zusammenhänge einordnen. Auch für Menschen, die die geschilderte Zeit miterlebt haben, gibt es in diesem Band noch Neues zu entdecken und später Geborenen hilft es, einen Zugang zu dieser "aufregenden und in ihrer Komplexität oft verwirrenden Phase der Deutschlandpolitik" zu bekommen, ist Kühn überzeugt.
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