Mit zahlreichen Abbildungen. Ein gleichermaßen aufregendes wie materialreiches Buch über einen der wichtigsten Gestalter der Nachkriegsordnung in Ostdeutschland: 18 Jahre, von 1935 bis 1953, gehörte Ackermann der politischen Führung an. Er kämpfte an verschiedenen Fronten gegen den Faschismus und bereitete im Exil den gesellschaftlichen Umbruch in Deutschland vor. Unmittelbar nach dem Krieg erschien sein Konzept, das die nationalen Besonderheiten berücksichtigte. Eine lineare Übertragung des sowjetischen Sozialismus-Modells hielt er für falsch. Das hatte Folgen ... Aus Anlaß seines 100. Geburtstages wurden erstmals sein kompletter Nachlaß gesichtet und Zeitgenossen befragt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2006
Durchaus aufschlussreich erscheint Jochen Staadt dieser von Frank Schumann herausgegebene Dokumentenband über Anton Ackermann. Der kommunistische Politiker (1905-1973) und langjährige Mitarbeiter der sowjetischen Geheimpolizei war führend an der Gründung der SED beteiligt und vertrat 1946 die Doktrin vom "besonderen deutschen Weg zum Sozialismus", die er 1948 wiederrief. Gerade im Blick auf diese DDR-Variante des Sozialismus bietet der Band nach Einschätzung Staadts einige neue Details. Etwa über ein 1945 erfolgtes Treffen von Georgi Dimitroff mit der Führung der Moskauer Exil-KPD, vertreten durch Ackermann, Pieck und Ulbricht, bei dem über die Teilung Deutschlands und seine kommunistische Zukunft gesprochen wurde. Staadt kann allerdings nicht viel mit Schumanns Huldigung Ackermanns als "deutschem Patrioten" anfangen.
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