Ulrich Pfeil

Die anderen deutsch-französischen Beziehungen

Die DDR und Frankreich 1949-1990. Habil.
Cover: Die anderen deutsch-französischen Beziehungen
Böhlau Verlag, Köln 2004
ISBN 9783412044039
Gebunden, 704 Seiten, 64,90 EUR

Klappentext

Im Januar 1988 wird der SED-Generalsekretär Erich Honecker in der französischen Hauptstadt mit allen staatlichen Ehren empfangen. Die DDR scheint einen neuen Gipfel internationaler Anerkennung erklommen zu haben. Doch als der französische Staatspräsident Francois Mitterand am 20. Dezember 1989 zu seinem Gegenbesuch in die DDR kommt, ist Honecker schon nicht mehr an der Macht und der SED-Staat bereits dem Abgrund nahe. Diese Reise gibt bis heute Anlass zu Spekulationen über Frankreichs Haltung zur deutschen Wiedervereinigung und zum Platz der DDR in der französischen Deutschlandpolitik. Paris hatte "Pankow" bis 1973 offiziell mit diplomatischer Missachtung behandelt und seine Beziehungen zur Bundesrepublik schrittweise ausgebaut, so dass viele ab den 1970er Jahren vom "couple franco-allemand" sprachen. Neue Archivfunde dokumentieren jedoch, dass auch die DDR in der Deutschlandpolitik Frankreichs eine zentrale Rolle spielte. Heute zeigt sich, dass man es auf politisch-diplomatischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene mit einer asymmetrischen und dynamischen Dreiecksgeschichte im Ost-West-Konflikt zu tun hatte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2004

Ulrich Pfeils Studie zu den Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR ist nicht nur schwergewichtig, sondern hat auch soviel inhaltliches Gewicht, dass sie in Zukunft zu den historischen Grundlagenwerken über die deutsch-französischen Beziehungen zählen wird, versichert Ulrich Lappenküper. Im Grunde genommen beleuchte der Autor nämlich auch das Dreiecksverhältnis BRD - DDR - Frankreich. Zu keiner Zeit, resümiert der Rezensent, sei es der DDR gelungen, die enge Bindung zwischen Westdeutschland und Frankreich ernsthaft zu unterminieren. In den ersten Jahren nach 1949 habe die DDR heftig, aber vergeblich versucht, die Westbindung der Bundesrepublik mit Hilfe Frankreichs zu verhindern. Frankreich reagierte kühl, referiert der Rezensent weiter, erst nach 1973 war Paris überhaupt bereit, offizielle diplomatische Beziehungen mit der DDR aufzunehmen. Je zurückhaltender Frankreich sich verhielt, desto mehr intensivierte die DDR den Ausbau anderer Kommunikationskanäle, betont Lappenküper, in Form von Künstleraustausch, Freundschaftsgesellschaften, eine Art ikonografischer Imagepolitik. Doch die Kluft zu Frankreich ließ sich allenfalls überbrücken, nicht schließen, lautet das Fazit, das Lappenküper aus Ulrich Pfeils Studie zieht, der seines Erachtens "manche Eigentümlichkeit in der Disposition und im Duktus" vorzuwerfen sind, was aber nichts an ihrer Bedeutung ändere.

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