Ihre Treffen waren konspirativ, doch der Feind war mitten unter ihnen und sie wussten es nicht. Aus ihrem persönlichen Erleben erzählt Inga Wolfram die Geschichte der Entstehung und Zerschlagung des "Kreises": Eine Gruppe junger Intellektueller, die sich in den siebziger Jahren als sozialistische Opposition in der DDR verstand. Die sieben ehemaligen Philosophiestudenten diskutierten über die bürokratisch verkrusteten Strukturen ihres Landes. Sie wollten einen anderen, einen besseren Staat. Fast alle stammten aus Familien der gesellschaftlichen Elite, was ihre Mission besonders brisant machte. Eine Geschichte über Jugend in der DDR, von Freundschaft, Verrat und von dem unerfüllten Traum eines "Sozialismus mit menschlichem Antlitz".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.11.2009
Jens Bisky spricht für Inga Wolframs Buch über eine Gruppe von Freunden, die in der DDR einen alternativen Sozialismus diskutierten und von einem aus ihrer Runde an die Stasi verraten wurden, eine uneingeschränkte Empfehlung aus. Das Buch lässt, anders als die entsprechende Fernsehdokumentation, die 2007 gesendet wurde, die Bespitzelten noch ausgreifender zu Wort kommen, stellt der Rezensent zufrieden fest. Damit gibt die Autorin den Beteiligten nicht nur die "Hoheit" über ihr Leben zurück und macht deutlich, dass die Stasi zwar den weiteren Verlauf ihrer Karrieren, nicht aber ihr Selbstverständnis bestimmen konnte. Zugleich liest Bisky aus dem Buch auch deutlich heraus, dass die friedliche Revolution von 1989 auch ein "Erbe der DDR" war, nicht nur "kaputte Fabriken und Stasi". Dies stellt für Bisky die wichtigste Botschaft des Buches dar, das er für seine "bewegende Klarheit" preist.
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