Der Freiburger Romanist legt erstmals eine umfassende Geschichte der deutschsprachigen Romanistik im "Dritten Reich" vor, die anhand von Archivalien aus 67 Archiven und Bibliotheken sowie einer Analyse des einschlägigen Fachschrifttums erstellt wurde. Im Zentrum dieser Arbeit, deren Titel einem Brief Richard Alewyns an Hugo Friedrich vom 28. August 1933 entnommen wurde und in seiner Ambivalenz treffend die Haltung der romanistischen Zeitgenossen zum politischen Umschwung kennzeichnet, steht die Beschäftigung deutscher Romanisten mit Frankreich, dessen Sprache, Literatur und Kultur sie traditionell am meisten interessierten. Aber auch Belgien, Italien, Lateinamerika, Portugal, Rumänien, die Schweiz und Spanien werden mit einbezogen.
Friederike Hassauer findet diese Studie über die nationalsozialistischen Verwicklungen der deutschen Romanistik nicht nur "überfällig", sondern sie zeigt sich auch ausgesprochen begeistert von der Art und Weise, wie sich Hausmann dieses Themas angenommen hat. Deutlich wird nach Hassauer, dass die deutsche Romanistik genauso unter Verdrängungstendenzen leidet, wie andere Disziplinen auch, und dass kein einziges der deutschen bzw. österreichischen romanistischen Institute von nationalsozialistischer Durchdringung verschont geblieben ist. Dabei hebt die Rezensentin besonders Hausmanns präzise Recherche, seine "luzide, analytische und höchst anschauliche Beschreibung" hervor und die Tatsache, dass der Autor "beurteilt statt zu verurteilen". Dass der Autor seine Studie dabei nicht mit Faschismustheorie überladen hat, gehört für sie ebenfalls zu den besonderen Stärken des Buchs. Hassauer führt in ihrer Rezension zahlreiche aus dem Buch entnommene Beispiele an, etwa wie Studenten ihre Professoren denunzierten oder bei Dante auf "germanischen Aspekte" auf der Spur waren. "Wie ein Kriminalroman" liest sich das Buch, so Hassauers Fazit.
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