Frank Nonnenmacher

Die Nazis nannten sie "Asoziale" und "Berufsverbrecher"

Geschichten der Verfolgung vor und nach 1945
Cover: Die Nazis nannten sie "Asoziale" und "Berufsverbrecher"
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2024
ISBN 9783593518381
Gebunden, 372 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Viele Menschen wissen heute von den jüdischen und politischen Opfern des Nationalsozialismus, eventuell auch von der NS-Verfolgung der Homosexuellen sowie der Sinti und Roma. Weithin unbekannt ist aber die sozialrassistische Verfolgung derer, die die Nationalsozialisten für genetisch verdorbene und deshalb "auszumerzende" Menschen, für "Asoziale" und "Berufsverbrecher" hielten und sie deshalb als Häftlinge mit dem grünen oder schwarzen Winkel, einem Stoffdreieck auf der linken Brustseite der gestreiften Häftlingskleidung, in die Konzentrationslager sperrten. Dieses Buch beschreibt nicht nur eindringlich die historischen und politischen Hintergründe sowie die Verfolgung dieser Menschen im Nationalsozialismus, sondern stellt auch dar, warum sie in der Bundesrepublik Deutschland jahrzehntelang von jeder moralischen und rechtlichen Anerkennung ausgeschlossen wurden - bis der Deutsche Bundestag sie 2020 mit 70jähriger Verspätung als Verfolgte des Nationalsozialismus anerkannte. In bewegenden Darstellungen von mehr als zwanzig Nachkommen, die die Geschichte ihres jeweiligen Vorfahren erzählen, werden erstmals in der erinnerungskulturellen Publikationsgeschichte die Biografien einzelner Verfolgter vorgestellt - es zeigt sich, wie das Trauma der verleugneten Opfer bis heute in den Familien wirkt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.04.2024

Rezensentin Leonie Feuerbach lobt die Nähe, die der Herausgeber Frank Nonnenmacher in seinem Band zu den NS-Verfolgten herstellt, indem er ihre Nachfahren mit "größtmöglicher Freiheit" ihre Geschichte erzählen lässt. Die ein oder andere Wiederholung nimmt Feuerbach dafür in Kauf. So unmittelbar wirken die Einzelschicksale der sogenannten "Asozialen" und "Berufsverbrecher", die in den KZs der Nazis starben, auf Feuerbach auch als Mahnung angesichts des aktuellen Antisemitismus und des Erstarkens der AfD.

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