Deutsch und Englisch. Mit einem Grußwort von Matthias Mitscherlich und einem Vorwort von W. Georg Olms. Die Regierungen der arabischen Golfstaaten planen schon längst für die Zeit nach dem Öl. Die Ressource, aus der neuer Reichtum fließen soll, heißt Bildung. Entschieden treiben die arabischen Herrscherfamilien den Strukturwandel von der Ölwirtschaft zur Wissensökonomie mit dem Ziel des Aufbaus wissensbasierter Gesellschaften voran. In den acht Anrainerstaaten des Golfs ist eine Bildungs-Revolution im Gang, die bewusst an islamische Gelehrtentraditionen aus der Blütezeit arabischer Wissenschaft im 8.-12. Jahrhundert anknüpft und deren Ausmaß in Europa noch kaum bekannt ist. Das vorliegende Handbuch beschreibt erstmalig sämtliche wichtigen Hochschulentwicklungen vom Irak über Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, Qatar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman bis zum Iran. Zugleich macht es deutlich, dass die visionären Scheichs die deutschen Universitäten als Wunschpartner im Wissenstransfer betrachten und bereit sind, das angelsächsisch dominierte Hochschulwesen um eine starke Komponente aus dem Lande Humboldts zu bereichern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2010
Sehr beträchtlich sind die Entwicklungen, die die durch Öleinnahmen finanzierte Hochschullandschaft der arabischen Halbinsel binnen vergleichsweise extrem kurzer Zeit genommen hat, meint Rezensent Rainer Hermann. Diese "Bildungsrevolution" stelle Frank Höselbarth in seinem Buch vor. Er blicke dabei zurück auf eine frühe Bildungs- und Hochschultradition des Islam und er stelle wichtige Institutionen Saudi-Arabiens (mit teils erstaunlichen Freiheiten) sowie auch Kooperationen mit westlichen Universitäten wie der Sorbonne und der New York University vor. Zwar überwiege derzeit noch die naturwissenschaftlich-technische Ausrichtung, völlig ignoriert werde die Bedeutung der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften jedoch nicht. Hermann beschränkt sich aufs Referat, hat an diesem Buch aber erkennbar nichts auszusetzen.
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