21 CDs. Gelesen von Sylvester Groth. Regie: Walter Adler. Übersetzung: Swetlana Geier. Zwischen 1994 und 2006 hat der Ammann-Verlag in Zürich die fünf großen Roman-Tragödien von Fjodor M. Dostojewski in der neuen Übersetzung von Swetlana Geier herausgegeben. Der Roman "Verbrechen und Strafe" (zuvor in Deutschland bekannt unter "Schuld und Sühne") hat dabei den Titel zurückbekommen, den er im russischen Original, aber auch in der englischen (Crime and Punishment) und französischen (Crime et châtiment) Übersetzung immer schon gehabt hat. "Verbrechen und Strafe" ist als der erste der "Elefanten" 1866 im russischen Original erschienen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2008
Diese ungekürzte Einlesung des Klassikers von Dostojewskij folgt der viel gerühmten Neuübersetzung des Romans durch Swetlana Geier. Zu deren Stärken gehörte es, erläutert Wolfgang Schneider, auch das manchmal "Ungeschliffene" des im Diktat entstandenen Buches nicht durch Glättung unter den Teppich zu kehren. Sehr klug, weil kontraintuitiv, findet der Rezensent nun das Konzept des Regisseurs Walter Adler, der nun gerade nicht die Hysterie und das Überbordende betont. Oder vielleicht doch betont - aber gerade, indem es konsequent unterspielt wird. Geradezu unheimlich und "ungut beruhigt" spreche Sylvester Groth die Figuren, das ganze Arsenal der "Verzweiflungsmenschen". Von höchster Qualität sei Groths Lesung, auch die "Studioarbeit". Kleine Mängel gibt es aber doch: Die Aufnahme ist so "leise ausgesteuert", dass man sie nur in stillen Räumen wirklich verfolgen könne. Und kürzere Track-Abstände hätten das Navigieren, klagt Schneider, auch leichter gemacht.
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