Aus dem Niederländischen von Wolfgang Himmelberg. "Dreimal habe ich in meinem eigenen Namen Gladiatorenspiele veranstaltet und fünfmal in dem meiner Söhne und Enkel; bei diesen Spielen kämpften etwa zehntausend Menschen." So rühmt sich Kaiser Augustus, denn die Gladiatorenspiele sollten nicht nur seine Popularität steigern, sie dienten als Propagandamittel auch der Einheit des Reiches. Die grausamen Gladiatorenkämpfe waren in Rom ungeheuer populär. Vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis zum Beginn des 5. Jahrhunderts n. Chr. schlug das Spiel mit dem Tod in der Arena Millionen Zuschauer in seinen Bann. Im Mittelpunkt von Fik Meijers Buch steht ein Tag im Kolosseum, der mit Tierkämpfen am Morgen begann, mittags Hinrichtungen bot, und am Nachmittag traten als Höhepunkt die Gladiatoren auf. Wer kämpfte in der Arena? Gab es auch weibliche Gladiatoren? Was geschah mit den zahllosen Tierkadavern? Fesselnd beschreibt Meijer eines der aufregendsten Kapitel römischen Lebens.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.06.2004
Kaum ein Aspekt der antiken Geschichte ist so spektakulär wie es die Gladiatorenkämpfe waren, in denen "Sklaven, Desperados, Verbrecher" zum Kampf auf Leben und Tod gegen einander oder gegen wilde Tiere antreten mussten. Der niederländische Althistoriker Fik Meijer erzählt nun die Geschichte des Gladiatorenkampfes und deutet ihn zum einen als "Symbol der kulturellen Einheit der Mittelmeerwelt", zum anderen als Ausdruck der "Freigiebigkeit" der Herrscher. Meijer geht es, wie Wilfried Nippel bedauert, dabei kaum um die "Deutung" des Phänomens, sondern um die bloße historische Darstellung. Einzig das Kapitel zum Gladiatorenkampf im Film mache deutlich, dass dieses Buch nicht im 19. Jahrhundert geschrieben ist. Die "Leitfrage" des Ganzen jedenfalls sei kaum auf der Höhe der Forschung: Wie nämlich der heutige Leser sich damals als Zuschauer gefühlt hätte, das sei eine Spekulation, die auch bei "einem Buch für ein großes Publikum" fragwürdig bleiben muss.
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