Richard Anders

Wolkenlesen

Über hypnagoge Halluzinationen, automatisches Schreiben und andere Inspirationsquellen
Cover: Wolkenlesen
Wiecker Bote, Greifswald 2003
ISBN 9783935458061
Gebunden, 168 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

"Wolkenlesen" enthält die Quintessenz der Erfahrungen von Richard Anders mit den zum Schlaf überleitenden hypnagogen Bildern, den Grauzonen äußerer und innerer Realität. Anders präsentiert und kommentiert Selbstzeugnisse von Dichtern, Malern, Philosophen und Wissenschaftlern - eine erstaunliche Liste, die vom Aufklärer Nicolai, der sich zeitweilig von Geistern bedrängt fühlte, bis in die Gegenwart zu Pessoa und Pynchon reicht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.03.2004

Recht gelungen findet Rezensent Jürgen Brocan diese Studie über den Zusammenhang von hypnagogen Halluzinationen, inneren Bildern, die sich vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen einstellen, und Kunst. Um die inspirierende Kraft der verschiedenen hypnagogen Halluzinationen für die Literatur und bildende Kunst darzustellen, hat der Autor, Richard Anders, zur Freude von Brocan eine "erstaunlich breit gefächerte" Textfülle ausgewertet. Am Beispiel von Friedrich Nicolai, Jean Paul und Annette von Droste-Hülshoff zeige Anders, wie solche Phänomene im vernunftorientierten Zeitalter erklärt und bewertet wurden. "Voller Witz" findet Brocan, wie der Autor die Entstehung von Dichtung unter Einfluss stimulierender Mittel etwa bei Theophile Gautier, Gerard de Nerval und Walter Benjamin veranschaulicht. Ein Erfahrungsbericht über das Schreiben und Protokollieren in tranceartigen Zuständen rundet den Band ab. Für bedauerlich hält der Rezensent allerdings, dass dem Buch sämtliche Zitatnachweise fehlen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2004

Ein Thema der Neurologie - und dank Richard Anders, dem Joachim Kalka höchste Anerkennung zollt - auch eines der Poetologie: die "sogenannten hypnagogischen - 'den Schlaf heraufführenden' - Figuren, Halluzinationen, die sich am Rande des Schlafes einstellen." Anders, der Dichter und Sammler, kennt sie wohl aus eigener Erfahrung, meint Kalka - zum Glück, denn erst die "private Färbung" dieser kleinen enzyklopädischen Reise entlang von "verstreuten Erfahrungsbelegen für solche Grenzzustände bei Tieck und Julien Green, Charles Lamb und Blake" lasse sie über die "Beliebigkeit irgendeines Zettelkastens" herausragen. So aber habe Anders ein Buch verfasst, dass "auf Grundprobleme der menschlichen Kognition und Phantasie" stoße.

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