Klappentext
Es ist ein lange verborgener Schatz: Albert Einsteins Freundin Johanna Fantova protokollierte, was ihr Einstein in seinen letzten Lebensjahren Tag für Tag spontan anvertraute. Seine hier erstmals im Wortlaut veröffentlichten Gedanken zu Wissenschaft, Politik und Liebe ergeben das einzigartige Vermächtnis des Jahrhundertgenies. Bis wenige Tage vor seinem Tod im Frühjahr 1955 spricht Einstein voller Witz und Weisheit. Daraus entsteht ein Zeitpanorama von berührender Aktualität. Amerikas innere Zerrissenheit, der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, Aufrüstung und neue Kriegsgefahren zwischen Ost und West und die Rolle der Deutschen im langen Schatten der NS-Vergangenheit: Bei all diesen Themen trifft Einsteins Hellsicht immer wieder auch ins Herz unserer Gegenwart.
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Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.09.2025
Rezensent Helmut Mauró nennt die Entdeckung der von Johanna Fantova protokollierten "abendlichen Telefongespräche" mit ihrem Freund Albert Einstein "eine Sensation". Auf den 62 Seiten lernt der Kritiker den Physiker nochmal ganz anders kennen: Einstein sei bloß "ein origineller Erfinder", nicht gelehrt, ein "ganz isolierter Mensch". Er spottet über die Ehe als unglückliches Unterfangen, "aus einem Ereignis einen Zustand zu machen", hält sich für "blöd" und ist zugleich stolz auf seine Unabhängigkeit, lesen wir. Mauró schätzt die intime Nähe dieser Protokolle, sieht darin aber auch Einsteins Mischung aus bescheidener Sachlichkeit und scharfem politischem Blick, der zum Beispiel im Austausch mit der Geliebten über die McCarthy-Prozesse zum Tragen kommt. Einstein sieht sich am Ende als ein "Magnet für alle Verrückten", der bis zuletzt über Weltfrieden und Gerechtigkeit nachdenkt, wie Mauro erklärt.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 18.09.2025
Ein weiteres Einstein-Buch, wer braucht sowas? Wir alle, ist sich Rezensentin Marlene Knobloch sicher. Schon der Fund dieser Schriften ist eine Sensation, erklärt Knobloch, handelt es sich doch um Aufzeichnungen von Telefongesprächen, die der weltberühmte Physiker mit seiner letzten Geliebten, der Bibliothekarin Johanna Fantova führte und die erst in diesem Jahrhundert wieder aufgetaucht sind. Knobloch vermutet, dass Fantova wusste, wie wertvoll das ist, was Einstein ihr mitteilt, deshalb schrieb sie es nieder, ihre eigenen Gesprächsbeiträge hingegen hielt sie nicht fest. Skurriles aus Einsteins Privatleben, auch erotische Details aus dem Liebesleben mit Fantova kommen vor, aber der zentrale Reiz des Buches besteht nicht in Einsteins Anspielungen auf seinen "Bleistift", in Anekdoten über Leute, die ihm Papageien schenken oder ihn zum neuen Ghandi erklären wollen. Vielmehr ist die Rezensentin begeistert davon, wie Einstein sich hier als Intellektueller von Weltformat präsentiert. Man muss seine Ausführungen, die zunächst sehr disparat erscheinen, mehrmals lesen, glaubt Knobloch, um zu erkennen, wie relevant sie auch für unsere Gegenwart sind. Denn erst dann erkenne man, wie bedächtig sich Einstein den großen politischen Fragen seiner Zeit genähert habe. Hier können sich praktisch alle Intellektuellen der Gegenwart mehr als nur eine Scheibe abschneiden, urteilt Knobloch. Insofern ist das, dieser Besprechung zufolge, durchaus ein Einstein-Buch, auf das die Welt gewartet hat.