Abendstimmungen, Todessehnsüchte, gesellschaftliche oder persönlich-familiäre Verfallserscheinungen haben Thomas Mann in besonderem Maß fasziniert. So bezeichnet auch der "Zauber des Letzten" ein Motiv, das Leben und Werk Thomas Manns wie kaum ein anderes bestimmt. Von den "Buddenbrooks" bis zu "Felix Krull" - stets ist die Zeit als Spätzeit und Endzeit präsent. Das Thema prägt sein Selbstverständnis als später Nachfahre Goethes wie auch als letzter Repräsentant der literarischen Moderne. Rüdiger Görner widmet sich in seinem Thomas-Mann-Buch sämtlichen Aspekten dieses zentralen Motivs und verfolgt es erstmals durch Manns Gesamtwerk sowie durch alle Lebensstationen. Einen Schwerpunkt bildet dabei das bisher selten beleuchtete Verhältnis von Thomas Mann zu Richard Strauss.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.08.2005
Viel ist geschrieben über Thomas Mann, noch nicht genug über das Ende, die Enden und das Enden in seinem Werk. Diese Lücke zu füllen, ist nun der in London lehrende Literatuwissenschaflter Rüdiger Görner bemüht, und zwar, so der Rezensent Alexander Honold, mit einigem Erfolg. Vom genealogischen Abbruch der Buddenbrooks über Serenus Zeitbloms apokalyptische Kriegskommentare bis zur letzten Erzählun "Die Betrogene" ist der Bogen gespannt. Ja, gelegentlich auch überspannt, meint Honold, der die eine oder andere "forcierte Deutung" kritisiert. Aber vielleicht werde man gerade dadurch klug, weil die "brüchige und trügerische Struktur" von Manns "Vollendungsästethik" in den Übertreibungen erst ganz deutlich hervortritt.
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