Mit Beiträgen von David Grossmann, Ayelet Gundar-Goshen, Eva Illouz, Etgar Keret, Fania Oz-Salzberger, Amir Tibon u.a. Der 7. Oktober 2023 stellt für die Israelis eine Zäsur ohnegleichen dar. Von nun an wird es in der Zeitrechnung nur noch ein Davor und ein Danach geben. Das schiere Ausmaß und die ungeheuerliche Brutalität der Angriffe der Hamas, die Geiselnahmen und ein Krieg, so lange wie noch keiner zuvor, haben die Nation traumatisiert. Die Grundfesten, auf denen man sich im eigenen Staat sicher fühlte, wurden zutiefst erschüttert. Wie kann hier ein Neuanfang gelingen? Ein Jahr danach versucht der Jüdische Almanach einen Rückblick und eine Einordnung der Ereignisse. Die hier versammelten Texte, die diesmal alle aus Israel berichten, erzählen ganz persönliche Geschichten, es geht um Ortsbesichtigungen, Momentaufnahmen, Zustandsbeschreibungen, Zukunftsvisionen; es geht um den Zionismus, um Trauerarbeit, Erinnerung und Resilienz, um alte Bruchlinien und neuen möglichen Zusammenhalt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2024
Dieser Band sammelt die "Stimmen aus Israel" unterschiedlicher Schriftstellerinnen und Philosophen, die das Hamas-Massakers des 7. Oktober und die Reaktionen darauf reflektieren und findet bei Rezensent Klaus Hillenbrand großen Anklang. Vor allem die Aussagen des Schriftstellers David Grossmann berühren ihn zutiefst: Nach dem Angriff der Hamas auf den israelischen Staat sieht Grossmann die jüdische Gemeinschaft wieder in ihre Schutzlosigkeit zurückversetzt. Empfehlenswert findet Hillbrand den Band gerade deshalb, weil die Beiträge die Geschehnisse und die Gräueltaten nicht im grausamen Detail beschreiben, was nur dem Voyeurismus Vorschub leisten würde. Stattdessen werden verschiedene Facetten des Konflikts problematisierend diskutiert, unter anderem die Frage der Nationalstaatsbildung oder die antiaufklärerischen Äußerungen mancher selbsternannten propalästinensischen Akademiker wie Judith Butler, die Eva Illouz in ihren Beiträgen kritisiert.
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