Ewald Tempel

Im Alarmzustand: Zur Geschichte der Volksmarine in den kritischen 1960er Jahren

Ingo Koch Verlag, Rostock 2006
ISBN 9783938686676
Paperback, 482 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Der Autor hat aus den drei Krisenlagen der 1960er Jahre aus eigenem Erleben konkrete Handlungen der Seestreitkräfte der DDR zugeordnet. Daraus wird ersichtlich, dass die eigentlichen Zentren der 1961, 1962 und 1968 entfachten Krisenherde von der politischen und militärischen Führung des Warschauer Paktes immer bis in die ausreichende Tiefe des Raumes mit Flottenkräften abgesichert wurden. Ein interessanter Aspekt der Darlegungen ist dabei die Einordnung der in dieser Zeit durchgeführten oder als Reaktionen erwarteten Handlungen der NATO-Streitkräfte. Das Buch - eine kritische und solide Auseinandersetzung mit der Militärpolitik des Warschauer Paktes und der DDR - bietet auch interessante Innenansichten aus dem Alltagsleben und den ideologischen Denkschemata der Führungseliten der Volksmarine.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2007

Werner Rahn hat Ewald Templers Buch über die NVA-Marine während des Berliner Mauerbaus, der Kuba-Krise und der Niederschlagung des Prager Frühlings mit großem Interesse gelesen, auch wenn er sich an einigen Punkten mehr Information erhofft hätte. Der Autor berichtet als Angehöriger der Volksmarine von innen heraus, wobei er sich auf eigene Aufzeichnungen und Erinnerungen stützt, erklärt der Rezensent, der es bedauerlich findet, dass man nichts über die dienstliche Karriere Templers erfährt. Dafür hat ihn die Rekapitulation einer Aufklärungsfahrt während der Kuba-Krise besonders gefesselt, nicht zuletzt, weil daraus zu entnehmen ist, wie unabhängig vom Staat manche Volksmarine-Einheit draußen auf dem Meer agierte. Rahn hätte sich über die Einschätzung der bundesdeutschen Schiffe durch die Volksmarine mehr Aufschluss erhofft und auch über Schlüsse der Funkaufklärung und Austausch mit anderen Truppen des Warschauer Paktes gern mehr erfahren. Zudem kritisiert er, dass viele Abkürzungen die Lektüre des Buches mühsam machten und die aus der NS-Zeit stammende Ortsbezeichnung "Gotenhafen" für das polnische Gdingen ziemlich "befremdlich" wirkt. Trotzdem, alles in allem ein aufschlussreiches und interessantes Buch über die Aufklärungsarbeit der Volksmarine, lobt der Rezensent abschließend.
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