August Wilhelm, der zweite Sohn Friedrich Wilhelms I., entsprach dem Idealbild seines Vaters. Er war folgsam, mutig und offen. Er nahm schon als Junge eine Sonderstellung ein. Friedrich II., der ihm bis dahin schmeichelhafte Briefe geschrieben hatte, ließ den Bruder nach seinem Regierungsantritt spüren, wer Herr im Hause war. Er machte Ausgust Wilhelm einige Jahre später zwar zum Prinz von Preußen und damit zu seinem präsumtiven Nachfolger, von allen Staatsgeschäften hielt er ihn trotz dessen mehrfach wiederholten Bitten fern. Er teilte seinem Bruder nur untergeordnete Posten zu. Erst nach einer schweren Niederlage machte Friedriche ihn zum Heerführer, jedoch mit einer sehr undankbaren Aufgabe ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.03.2006
Gelungen findet Harry Nutt diese Lebensbeschreibung über den preußischen Prinzen August Wilhelm, die Eva Ziebura verfasst hat. Wie er berichtet, handelt es sich dabei um die erste Biografie des heute weitgehend vergessenen Prinzen, der stets im Schatten seines älteren Bruders, Friedrich des Großes, stand. Nutt lobt die auf zahllosen Dokumenten und Briefen basierende Arbeit als "sorgfältig recherchiert" und würdigt sie als "vorzügliche Ergänzung" zu der vor zwei Jahren erschienenen Biografie Friedrich des Großen von Johannes Kunisch. Er hebt hervor, dass Zieburas Arbeit im Unterschied zu Kunischs strukturgeschichtlich angelegtem Großwerk auch Auskunft über die familiären Zwänge und die ökonomische Zwanghaftigkeit der Prinzen gibt. Zudem lässt sich das Buch seines Erachtens auch als eine "Geschichte der Kommunikation und der Umgangsformen einer Königsfamilie" lesen.
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