Lyrik ist die kleinste und die schönste Form der Dichtung. Der Reiz liegt im Aufspüren der Affinität des Herausgebers. Ist der Ausgewählte Vorbild? Ist er ein zu Unrecht Vergessener, Übersehener, dem Gerechtigkeit widerfahren soll? Oder soll an einem festgefügten Autorenbild eine längst überfällige Korrektur vorgenommen werden? Indem sich der Dichter/Herausgeber aber für einen Autor entscheidet, legt er eine Art Bekenntnis ab. Zu erspüren, welcher Art dieses Bekenntnis ist, bleibt Aufgabe des Lesers.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.11.2001
Hermann Wallmann bespricht einen Lyrikband von Nooteboom und einen Gedichtband von Eugenio Montale, zu dem Nooteboom das Vorwort geschrieben hat. Beide Bände geben ihm Aufschluss über die Poetik des niederländischen Autors. Das Vorwort zu den Gedichten Eugenio Montales wirft auch ein Licht auf die "eigene Poetik" von Nooteboom, meint der Rezensent Herrmann Wallmann und betont besonders die "begeisterte Benommenheit", mit der der niederländische Autor die Gedichte Montales aufnimmt. Wallmann findet, dass die Haltung Nootebooms, den Gedichten des italienischen Lyrikers seine Rätselhaftigkeit zu lassen und das "Unerforschliche" schweigend zu verehren, ein guter "Tipp" für die Lektüre der Gedichte ist.
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