Ob im Baltikum, auf Kuba, in Griechenland, Ungarn oder - ein halbes Jahrhundert nach dem eigenen Vater - auf dem Weg von Nanking nach Schanghai: Eugen Ruge ist um kein klares Wort verlegen, aber immer bereit, Erwartungen mit Erfahrungen zu vertauschen. Er bereist Russland, die USA, Mexiko zunächst auf den Spuren der eigenen Familiengeschichte, im Rahmen seiner Recherchen für den noch im Entstehen begriffenen ersten Roman. Mit dem literarischen Durchbruch und dem internationalen Interesse beginnt ein neues Kapitel. Und doch bleibt der Reisende sich treu, betrachtet Menschen, Sitten, Landschaften mit unabhängiger Anteilnahme und kritischem Humor. Seine Reisen sind, was sie waren: Annäherungen. Erkundungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.06.2015
Tobias Lehmkuhl verfährt äußerst gnädig mit dem Autor. Dass Eugen Ruge als "einer von uns" auf Reisen auch den ewiggleichen Kulturpessimismus pflegt wie alle Welt, über Smartphones klagt und auf Kreta Griechen sucht, die auf den Tischen tanzen, dass er nur in wenig exotische Länder reist (Holland, Belgien, Mexiko), sich die gleichen Fragen stellt wie jeder Tourist und auch die gleichen Sehenswürdigkeiten anschaut wie alle, scheint den Rezensenten nicht zu stören. Bekannter Autor hin oder her, meint Lehmkuhl, und schlummert beim Lesen dieser Reisenotizen schließlich sanft ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2015
Jakob Strobel Y Serra hat keine Ahnung, warum der Autor dieses Buch geschrieben hat. Als Romanautor hat ihn Eugen Ruge begeistert, als Reiseschriftsteller findet der Rezensent ihn eher mäßig. Mitunter wie ein Stammtischredner begegnet ihm Ruge, wenn er über Mexiko, Kuba oder die USA berichtet. Oder der Autor kommt als genervter Reisender rüber, dem es überall zu laut, zu hektisch und zu heiß ist und der lieber zu Hause wäre. Zwar bietet der Band auch präzise, pointierte Beobachtungen, versichert der Rezensent, doch die pauschaltouristische Perspektive überwiegt leider.
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