Wie lassen sich die großen Pleiten der deutschen Nachkriegsgeschichte von Borgward bis Herstatt, von coop bis Vulkan, von Schneider bis Holzmann erklären? Wie kommt es, dass monomanische Manager, überforderte Strategen oder sorglose Banker so lange an großen Rädern drehen können, bis alles zu spät ist? Wie ist es möglich, dass die Hälfte aller Großfusionen ökonomisch scheitert? Dieses Buch handelt vom irrationalen Faktor im Wirtschaftsleben. Erwin und Ute Scheuch gehen spektakulären deutschen Pleiten und Fehlleistungen nach und zeigen, dass die viel beschworenen "Nieten in Nadelstreifen" keine Zufallserscheinungen sind. Anhand von Fallgeschichten enthüllen sie die Logik des Misslingens in der Ökonomie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.02.2002
Was die Soziologen Ute und Erwin K. Scheuch hier gemacht haben, das sagt Rezensent Frank Ebbinghaus gar nicht zu. Unwissenschaftlich findet er das Buch und unangemessen psychologisierend. Jede "Managemententscheidung mutiert zur Charakterfrage", als Quellen dienen vor allem Zeitungsartikel und generell kommt "erst die Wissenschaft und dann die Moral", kritisiert Ebbinghaus. Und wenn die Analyse der Ursachen so ungenügend ist, dann kann auch die sehr spannende und empörende "Sittengeschichte aus deutschen Vorstandsetagen", die die Scheuchs hier präsentieren, das Werk nicht retten, meint der Rezensent, der nicht erst seit Enron daran zweifelt, dass der Zusammenbruch von Großkonzernen ein spezifisch deutsches Phänomen ist.
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