Ein Buch über die Macht und ein Buch über die Gewalt der Sprache. Ein Roman über deutsche Mentalitätsgeschichte und einen vornehmlich deutschen genialen Künstlertypus. Und ein Buch über das Vordringen des Virtuellen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 14.10.1999
Martin Lüdke zeigt sich in seiner sehr umfangreichen Kritik beeindruckt von Händlers Versuch, sich mittels der Erzählung philosophischer Erkenntnis zu nähern. In dem neuen Roman werde die Gratwanderung zwischen Wirklichkeit und Virtualität und die Auswirkung, die das auf den Protagonisten hat, beschrieben. Lüdke ist allerdings der Ansicht, dass sich Händlers Figuren im Roman etwas schemenhaft - gleichsam virtuell - bewegen und daher bisweilen etwas unscharf gezeichnet sind. Gleichzeitig räumt der Rezensent ein, dass dies "ästhetisches Programm" sein könnte. Zumindest die Sprache weise darauf hin. Abschließend stellt er mit gewissem Erstaunen fest, dass Lesen und Begreifen hier durchaus Vergnügen machen können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Lutz Hagestedt kann sich mit diesem Buch nicht wirklich anfreunden. Er findet den Roman anstrengend, wenig unterhaltsam und mühsam zu lesen, erkennt aber respektierend an, dass sich "Sturm" der "Tendenz zur belanglosen Unterhaltungsware entzieht". Ihn stört allerdings die Vermischung von Fantasy, Träumen und Realität, mit der Händler eine Welt kreiert, die Hagestedt aber als sehr statisch, steif und leblos empfindet. Ihm bleibt zu viel vage in diesem Roman - etwa die Bilder mythologischen Ursprungs und sogar die Handlung selbst. Hagestedt vermutet, dass es Händler in diesem Buch um ein sprachliches Experiment geht: um die Gratwanderung zwischen präzisem Erzählen einerseits und der Existenz von "Unbestimmtheitsspielräumen" andererseits. Dies könne eine Erklärung für die vorherrschende Bedeutung von Metaphern und Allegorien in dem Roman sein.
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