Bert te Wildt

Medialisation

Von der Medienabhängigkeit des Menschen
Cover: Medialisation
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2012
ISBN 9783525404607
Gebunden, 271 Seiten, 29,99 EUR

Klappentext

Das exponentielle Wachstum von Medialität führt zu einer Umkehrung der Verhältnisse zwischen den konkret-realen und den virtuellen Lebensbedingungen des Menschen. Die Medialisation des Menschen läutet eine neue Entwicklungsphase ein, deren Auswirkungen viel diskutiert werden, aber noch lange nicht hinreichend abgeschätzt sind. Nicht die zentralen Plätze der Länder, Städte und Dörfer, sondern die medialen Plattformen und Foren bilden nunmehr die Mitte des Zusammenlebens. Über das Internet kann bald jeder mit jedem verbunden sein. Es macht den Anschein, als solle hier der alte Menschheitstraum realisiert werden, sich loszulösen von den zeitlichen und geografischen Bedingtheiten irdischen Daseins, indem eine weitestgehend immaterielle Existenzgrundlage geschaffen wird. Diese einerseits spannende Entwicklung kann andererseits in eine krankhafte Abhängigkeit vom Internet und seinen Derivaten führen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2012

Mit großem Interesse hat Rezensentin Martina Lenzen-Schulte Bert te Wildts nun unter dem Titel "Medialisation" erschienene Studie über die Medienabhängigkeit des Menschen gelesen. Neben der altbekannten Kritik an Konzernen, die an computerspielsüchtigen Menschen viel Geld verdienen und der Warnung vor möglicher Armut durch die Spielsucht, liest die Kritikerin hier insbesondere erhellende und spannende philosophische Erörterungen, etwa über den "Verlust der Leiblichkeit" im Umgang mit digitalen Medien oder die Veränderung psychopathologischer Störungen wie Narzissmus im Zeitalter "virtuell ungebremster Ich-Präsentation". Während die Rezensentin te Wildts Verweise auf die Einschätzungen verschiedener Medienkritiker, Philosophen und Ärzte lobt, ist sie enttäuscht, dass der Autor - als Leiter der Ambulanz für Psychosomatik und Psychotherapie an der Universitätsklinik Bochum - die medizinisch-psychiatrische Ebene der Kritik vernachlässigt. Hier hätte sich die Kritikerin in diesem ansonsten sehr lesenswerten Buch statt der üblichen Verweise auf die Gefahren von aggressiven Gewaltspielen am Computer etwas mehr Information gewünscht.

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