Herausgegeben von Natalia Zarska, Gerald Diesener und Wojciech Kunicki. Unter dem Thema "Ernst Jünger - Versuch einer Bilanz" fanden vom 10. bis 14. Juni 2009 rund fünfzig Wissenschaftler, Literaten und Kenner des Jüngerschen Werkes aus ganz Europa an der Universität Wroclaw (Breslau) zusammen, um gemeinsam über Jüngers Platz und Gewicht in der heutigen Zeit zu reflektieren. Die überaus erfreuliche Resonanz auf die Tagungseinladung machte schnell deutlich, dass der höchst umstrittene Autor auch ein Jahrzehnt nach seinem Tod nichts von seiner Wirkung eingebüßt hat und weiterhin zur anregenden Auseinandersetzung einlädt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.08.2010
Der Rotstift. Hier und da, bei sprachlichen und inhaltlichen Entgleisungen eingesetzt, hätte er Detlev Schöttker die Lektüre erleichtert. Selbst dann hätte der Rezensent noch jede Menge Einwände gehabt gegen den auf eine internationale Konferenz an der Universität Wroclaw (Breslau) zum Werk von Ernst Jünger zurückgehenden Sammelband. So werden laut Schöttken maßgebliche Arbeiten der neueren Jünger-Forschung (wie Bohrers "Ästhetik des Schreckens") nicht hinreichend diskutiert, Forschungslücken nicht geschlossen, und Jüngers die Rezeption bestimmende eigene Bilanzierungen nicht gewürdigt. Goldene Ausnahmen wie Jörg Ulrich Fechners Beitrag zu den "Stahlgewittern", Uwe Wolffs laut Schöttker an neuen Einsichten reiche Interpretation der "Marmorklippen" oder die Texte zu den unveröffentlichten Korrespondenzen Jüngers reißen den Kahn nicht herum, wenn zum Beispiel den beiden so unterschiedlichen Ausgaben vom "Abenteuerlichen Herz" nur sechs Seiten gewidmet werden. Der Anspruch und das Selbstbewusstsein der Herausgeber, findet Schöttker, steckt vor allem im Titel des Buches, weniger im Inhalt.
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