Herausgegeben von Armin Abmeier. Mit Illustrationen von Katrin Stangl. Die Gedichte von Ernst Herbeck, auf Veranlassung seines Psychiaters zu vorgegebenen Themen spontan verfasst, haben einen ganz besonderen, eigenwilligen Reiz. Aus irritierten, gegenüber unseren Empfindungen und Gedanken eher fremden Vorstellungswelten setzen sie poetische Signale. Die aus dem Unbewussten einfließenden Bilder und Gedanken haben eine ähnliche Wirkung wie die "ecriture automatique" der Surrealisten. Diese Unmittelbarkeit - Herbeck hat seine Texte nie überarbeitet - gibt den Gedichten ihre überraschende Schönheit und einen tiefgründigen Wortwitz. Katrin Stangl hat die Gedichte Herbecks bei ihrer Beschäftigung mit der Prinzhorn-Sammlung entdeckt. Ihre Vorliebe für originelle Texte findet sich in vielen ihrer Illustrationsarbeiten wieder.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.04.2006
Hingerissen ist Ina Hartwig von diesem Band mit Gedichten des schizophrenen Lyrikers Ernst Herbeck, die Katrin Stangl illustriert hat. Der Band ist in der Reihe der "Tollen Hefte" erschienen und bietet eine kleine Auswahl von der 1992 erschienenen Gedichtsammlung "Im Herbst da reiht der Feenwind", erklärt die Rezensentin, die findet, dass sich "diese Preziose" besonders gut für Leser eignet, die den Dichter Herbecks, der von Ernst Jandl bis Gerhard Roth gleichermaßen geschätzt wurde, noch nicht kennen. Von den Zeichnungen mit Buntstiften, Filzstift und Bleistift, die wie von einem Kind gemalt wirken und die dem Band insgesamt das Aussehen eines Schulhefts geben, ist Hartwig begeistert, die das umso passender findet, weil Herbeck stets nur auf Aufforderung seines Arztes und Entdeckers Leo Navratil schrieb, der auch das Nachwort verfasst hat. Stangl hat damit die Gedichte "kongenial visuell" umgesetzt, schwärmt die Rezensentin begeistert.
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