Jens Sparschuh

Waldwärts

Eine Reiseroman von A bis Z erlogen
Cover: Waldwärts
Edition Büchergilde, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783936428346
Gebunden, 132 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Mit Illustrationen von Kay Voigtmann. Kann man eine Geschichte erzählen mit Wörtern, die alle mit dem gleichen Buchstaben des Alphabets beginnen? Jens Sparschuh schafft das, und zwar 26 Mal, von A bis Z.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2004

"Jeht janz jut", gesteht Christoph Bartmann, wie Jens Sparschuh sich in seinem "Reiseroman von A bis Z" durch die Welt alliteriert: "Jaloppierte jeradezu jelassen jeradeaus", heißt es im J-Kapitel, unter N dann: "Nebenbei notiert: nächtliche Nieserei nahm Nordpolnahme netten, nostalgischen Nimbus". Ein bisschen albern geht es hier also zu, und nicht selten fühlt sich Bartmann an Heinz Erhardt erinnert. Doch auch wenn es sich hier mehr um gut gelaunte Sprach-Übungen handeln dürfte als um experimentelle Literatur, gönnt Bartmann Sparschuh die Neuauflage des Buches, das 1985 in der DDR nur zerstückelt erscheinen konnte: Damals hatte sich ein zimperlicher Zensor an der Verbindung von zynisch und Zöllner gestört.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2004

"Zugeklappt, zufrieden, zurückgelehnt, zwinkernde Zustimmung zum zauberhaften Zieleinlauf", urteilt Andreas Platthaus abschließend über Jens Sparschuhs bereits 1985 in der DDR erschienenen Text. Dieser "von A bis Z erlogene" Reiseroman beschreibt eine Autofahrt in 26 Kapiteln, in denen - angelehnt an das Alphabet jeweils nur Worte des gleichen Buchstabens verwendet werden. Der Reiz des Textes, so der Rezensent, liege in dem "ans Wahnwitzige grenzende poetologische Konzept". So sieht er ihm das Berlinern beim Buchstaben J nach, ärgert sich aber über Fremdwörter, wie peu a peu, die im Schriftbild "die Geschlossenheit des Konzeptes" stören. "Wunderbar" findet er Ideen wie den "stummen X-Abschnitt" oder die "grandiose Pointe" bei C, wo die Aufzählung von alkoholischen Getränken auf einer Extraseite mit dem einzigen Wort "Charite" endet. Platthaus lobt diesen geschaffenen "Assoziationsraum", den auch Illustrator Kay Voigtmann richtig nutze. Ihn macht er auch für die Neuauflage verantwortlich. Die "detailverliebten aquarellierten Collagen", mal allegorisch mal textgenau, lassen den Text verständlicher werden, lobt Platthaus. Betont wird auch die "bewährte Buchgestalterin" Konstanze Berner.
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