Mit "Das Fräulein von Scuderi" hat der Romantiker E.T.A. Hoffmann 1819/21 die erste Kriminalnovelle geschaffen, den Ur-Krimi der Weltliteratur. Nun würdigen Alexandra Kardinar und Volker Schlecht die Erzählung um die mysteriösen Morde im Paris des 17. Jahrhunderts erstmals in einer Graphic Novel. Das 73-jährige Fräulein Scuderi ist Hofdichterin König Ludwigs XIV., als Paris von einer rätselhaften Mordserie an jungen Männern erschüttert wird. Durch Zufall gerät das Fräulein in den Strudel dieser Verbrechen und findet sich bald in der Rolle der Ermittlerin wieder, die nicht mehr weiß, wem sie noch glauben kann.
E.T.A. Hoffmanns 1819 erstmals erschienener Klassiker "Das Fräulein von Scuderi" bietet nach Ansicht von Katharina Granzin heute noch eine spannende Lektüre. Erfreut zeigt sie sich daher über Alexandra Kardinars und Volker Schlechts höchst gelungene grafische Adaption dieser romantischen Kriminalerzählung. Sie attestiert dem Illustratorengespann, ein "sehr eigenes Kunstwerk" daraus gemacht zu haben. Text und Bild ergänzen sich in ihren Augen "geistreich und hintergründig". So entsteht für sie ein Gesamtkunstwerk, das spielerisch, reich an Details und von einiger Tiefe ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2011
Begeistert und enttäuscht zugleich ist Christian Metz über diese Visualisierung von E.T.A. Hoffmanns "Fräulein von Scuderi". Begeistert, weil er den Bildwitz der beiden Illustratoren liebt - sprechendstes Beispiel sind die fünf Kinnfalten des immerhin 73-jährigen, einem mysteriösen Kriminalfall nachspürenden Fräuleins. Sie entfalten (wenn man so sagen darf) eine nachgerade barocke Ausdruckskraft, wenn sie sich "abwechselnd kräuseln oder im Affekt plötzlich straffen". Aber auch enttäuscht: Denn wozu braucht es die offenbar volkshochschulhaften Einsprengsel über das Leben in Versailles? Und warum erzählen Kardinal und Schlecht nur die erste Hälfte der Geschichte nach?
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