Text und Anmerkungen bearbeitet von Claus Rosenkranz.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.04.2002
Bei Rezensent Manfred Geier will sich keine rechte Begeisterung für Ernst Cassirers Phänomenologie der sprachlichen Form einstellen. "Seltsam antiquiert" erscheint ihm heute Cassirers 1923 als erster Teil seines dreibändigen Hauptwerks "Philosophie der symbolischen Formen" erschienenes Werk "Die Sprache", das nun als elfter Band der auf 25 Bände angelegten Hamburger Ausgabe vorliegt. Der "solitäre Optimismus", den Cassirer in seinem Werk an den Tag legt, kann Geier nicht überzeugen. Cassirers permanente Beschwörung des "Geistes" und einer stets vorwärts schreitenden "Bildung", die in einer humanen Kultur ihre Heimat besitzen sollen, kritisiert der Rezensent, kenne die Abgründe nicht, in die man stürzen könne. Als Korrektiv aber zu Heideggers Analyse des "Geredes" in "Sein und Zeit" findet der Rezensent Cassirers Abhandlung noch immer "lesens- und nachdenkenswert". Jedenfalls für die, so der Rezensent einschränkend, "die an den großen kulturpolitischen Debatten des vergangenen Jahrhunderts interessiert sind".
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