Mit einem Vorwort von Karin Harasser. Wer an Medien denkt, hat meist ihre Ausformung in technischen Apparaten vor Augen, vom ersten Telegrafen bis zu den heutigen Kommunikations- und Speichermedien. Dabei gerät außer Acht, dass dem Begriff des Mediums auch eine schon vor der Technologie existierende Bedeutung zukommt, in der es jene bezeichnet, die zwischen Himmel und Erde, zwischen Lebenden und Toten, zwischen An- und Abwesenden vermitteln können. Wenn sich Medialität über Jahrtausende als Praxis fassen lässt, die Menschen und Nicht-Menschen verbindet, findet in der Moderne ein Bruch statt: Medien fallen mit Technologie in eins, und aus einer vielfältigen Fremdheit der Medien wird ein Wechselspiel von Prothese und Fernbedienung.In seiner bahnbrechenden Studie verschiebt Erhard Schüttpelz die Perspektive der Medienwissenschaften: von der Waffe zum Behältnis, von der Schrift zur Sprache, von der Magie zum Ritual. Und er stellt die Frage, was Medien tatsächlich sind, wenn wir immer schon in Mediengesellschaften gelebt haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2025
Rezensent Maximilian Gillessen liest das Buch des Siegener Medientheoretikers Erhard Schüttpelz als breiten Entwurf einer Medienanthropologie, der sich der Krise der klassischen Medientheorie entwinden möchte. Es geht um Körpertechniken, Rituale und Sprache und ihre Verknüpfung in den Technologien unserer Tage, erläutert Gillessen. Dass alle Technologie und Medienpraxis auf den Körper und archaische Körpertechniken zurückzuführen ist, ist für den Rezensenten eine der Erkenntnisse der Lektüre. So gesehen ist Hutters Medienanthropologie eine Universalgeschichte, findet der Rezensent.
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