Dieses Buch geht der Frage nach, inwieweit personale Medien - wie Körper, Gehirn, Gedächtnis - oder externalisierte Medien - wie Schrift, Bild, Internet - die Formen gesellschaftlicher Kommunikation jeweils beeinflussen. Die Forschungsbeiträge aus Ethnologie, Geschichtswissenschaft, Informatik, Judaistik, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Philosophie und Soziologie versuchen anhand von Fallbeispielen, die Unterschiede zu beschreiben, die die Nutzung eines Schrift-,eines Bild- oder eines elektronischen Archivs erzeugt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.07.2002
Ein Band, der sich durch vor allem durch seine "menschenfreie und lieblos-technokratische Sprache" auszeichnet, findet der mit "lx" zeichnende Rezensent in seiner knappen Besprechung der Aufsatzsammlung "Archivprozesse. Die Kommunikation der Aufbewahrung". Wenn die Herausgeber vom Archiv als "Akkumulation und Kapitalisierung des Gedächtnisses auf einem bestimmten Träger und an einem äußeren Ort" sprechen, scheint für den Rezensenten auch das kulturelle Band zwischen der Wolfenbütteler Bibliotheca Augusta und der heutigen "Archivbewirtschaftung" gerissen. Dass Archive "nachhaltige Orte der Sozialisation" sind, mag er gar nicht bestreiten. Doch kann sich der Rezensent des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Automatisierung der archivalischen Prozesse in formalisierten Sprache niederschlägt, "bei der man sich fragt, ob gelegentlich auch noch Menschen in den riesigen Daten-Lagerhallen auftauchen".
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