Aus dem Ungarischen von Edit Baranyai, György Buda, Zsuzsanna Gahse u.a. Getreu dem Motto, daß die selten begangenen, unscheinbaren Seitenwege in interessanteres Gelände führen als die von allen beschrittenen Hauptstraßen, nimmt der ungarische Erzähler, Lyriker und Essayist Endre Kukorelly den Leser mit auf eine Reise ins Innere von Kunst und Kultur. Er skizziert die Lage der Künste in der gegenwärtigen ungarischen Situation, er schreibt über die wichtisten ungarischen Autoren vergangener Epochen und schlägt den Bogen zu Schriftstellerporträts von heute.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.05.2000
Ilma Rakusa bespricht diesen Band zusammen mit einem anderen, ebenfalls gerade erschienenen Band mit Kurzprosa Kukorellys: "Lieblyng". Texte über Lit., Mus. usw. (Edition Solitude). Dabei unterscheidet die Rezensentin allerdings nicht zwischen den Bänden. Rakusa lobt vor allem die Unmittelbarkeit von Kukorellys Sprachduktus: Immer wieder schildert sie, dass es sozusagen die Sprache selbst sei, die sich in Kukorelly Notaten fortschreibe. Dabei gehe er in scheinbarer Einfachheit von Alltagsbeobachtungen aus: "In vordergründig schnodderigem Umgangston beschwört Kukorelly den ennui des Budapester oder Berliner Alltags, doch hinter der Beobachtung steht eine hinterfragende Sensibilität." In einigen Zitaten zeigt die Rezensentin, wie die Sprache bei Kukorelly, geleitet von Assoziationen und Klängen, ihre eigenen "Akkorde" gewinnt.
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