Emmy E. Werner

Unschuldige Zeugen

Der Zweite Weltkrieg in den Augen von Kindern
Cover: Unschuldige Zeugen
Europa Verlag, Hamburg - Wien 2001
ISBN 9783203840277
Gebunden, 318 Seiten, 19,68 EUR

Klappentext

Auf der Grundlage von Hunderten von Briefen, Tagebüchern und anderen Aufzeichnungen, die von Kindern und Jugendlichen aus den Jahren 1939 bis 1949 stammen, dokumentiert Emmy Werner ihre Geschichte im Zweiten Weltkrieg mit ihren eigenen Worten. Sie schildern Kriegserlebnisse und ihre Auswirkungen auf Kinder aus den USA, aus der ehemaligen Sowjetunion, aus Polen, Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich, aus den Niederlanden, aus Japan, Großbritannien, Dänemark und Norwegen. Sie zeigen auch, was diese Kinder ertragen und ausgehalten haben und lassen inmitten von Menschenfeindlichkeit eine Menschlichkeit erkennen, inmitten von Verzweiflung eine Hoffnung durchschimmern.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.12.2001

Der Zweite Weltkrieg aus der Sicht von Kindern: Die Autorin hat Tagebücher, Briefe, Fotos und andere Aufzeichnungen von Kindern zusammengetragen, die schildern, wie diese Feuerstürme und Bombenangriffe erlebt haben, berichtet Thomas Eckardt. Dabei habe sie sich bewusst auf nichtjüdische Kinder festgelegt, da über "jüdische Altersgenossen" schon genügend geschrieben worden sei. Eine ergreifende Lektüre, so der Rezensent. Besonders eindrucksvoll findet er, die "eigene(n) Erfahrung(en)" der Buchautorin - diese musste in ihrer Schulzeit "positive Sätze" über Russland aus ihren Schulbüchern streichen. Aber auch der dokumentierte Briefkontakt einer US-amerikanischen Schülerin mit General Eisenhower beeindruckte den Rezensenten: "Eisenhower antwortete regelmäßig". Nach Kriegsende schließlich hätten die befragten Kinder weder Hass noch Bitterkeit gegenüber den "Feinden" aus dem Osten empfunden, zitiert der beeindruckte Rezensent aus dem Buch.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2001

An eigene Kindheitserlebnisse aus dem 2. Weltkrieg fühlt sich der Rezensent Aloys Behler bei der Lektüre von Werners Dokumentation erinnert. Emmy Werner, die an der Universität Kalifornien Kinderpsychologie lehrt, reiht 200 Augenzeugenberichte, die Kinder und Jugendliche während und nach dem 2. Weltkrieg in mehreren Ländern Europas, den USA, Japan und der Sowjetunion schrieben und die sich untereinander häufig glichen, aneinander, berichtet Behler. Dies sei kein wissenschaftlicher Forschungsbericht, sondern eine "einzigartige Dokumentation kindlicher Wahrnehmung" von Krieg. Die Berichte vermittelten "Einblicke in ein kaum zu ermessendes persönliches Leiden hinter den grausigen Zahlen der Kriegsstatistik", lobt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2001

Der Rezensent mit dem Kürzel uha. hat zu diesem Band, der verschiedenste Kriegserinnerungen in Interviews, Tagebüchern, Lebensbeschreibungen und Fotografien versammelt, einiges anzumerken. In seiner Kurzkritik bemängelt er als erstes, dass die Fotos, die alle aus Armeebeständen stammen, völlig unkommentiert geblieben sind. Auch die merkliche Zurückhaltung der amerikanischen Psychologin, die vorliegenden Texte in irgendeiner Weise zu ordnen oder zu interpretieren ist dem Rezensenten aufgefallen. Er äußert aber mit Hinweis auf den Idealismus der Autorin, die mit ihrem Buch zeigen wolle, dass trotz der traumatischen Erlebnisse der Kinder "lebensbejahende" Erwachsene aus ihnen geworden sind, Verständnis dafür, dass sich Werner jedem Blick auf die "politisch-sozialen Hintergründe" der Ereignisse verschließt.
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