Die Studie untersucht, welche Funktion der Rückgriff auf die messianische Tradition des Judentums bei deutsch-jüdischen Intellektuellen zwischen 1900 und 1933 (Benjamin, Bloch, Broch, Buber, Landauer, Rosenzweig, Scholem) hat. Es zeigt sich, dass messianische Denkfiguren nicht nur eine wichtige Rolle im jüdischen Identitätsdiskurs spielen. Sie werden darüber hinaus für allgemeine kulturwissenschaftliche Theoriebildungen produktiv gemacht (Sprach- und Geschichtsphilosophie, theologisch-politisches Denken), in denen sich unterschiedliche, mit Hilfe der rhetorischen Figurenlehre beschreibbare Konstellationen von Sakralität und Säkularität in der Moderne abzeichnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2012
Warum das Messianische mächtig wurde, kann die Autorin dem Rezensenten nicht erklären. Allerdings nimmt Elke Dubbels in ihrer Dissertation auch weder eine historische noch eine lebensgeschichtliche Kontextualisierung vor, räumt Jörg Später ein. Ihr Anliegen ist, wie er erkennt, eine literaturwissenschaftliche Funktionsgeschichte des Messianischen. Die jedoch findet der Rezensent rundum lesenswert, sehr gelehrt und umsichtig. Wie Intellektuelle wie Benjamin, Bloch, Buber, Landauer, Scholem u. a. sich im Einzelnen mit dem jüdischen Messianismus auseinandersetzten, mal symbolisch (Bloch), mal dialektisch (Benjamin), stets säkular, funktional, theoretisch, "Reflexionsfiguren des Messianischen" im Identitätsdiskurs der Moderne verwendend, vermag Dubbels dem Rezensenten zu vermitteln.
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