Elif Shafak

Der Geruch des Paradieses

Roman
Cover: Der Geruch des Paradieses
Kein und Aber Verlag, Zürich 2016
ISBN 9783036957524
Gebunden, 560 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Michaela Grabinger. An Peri zerrten schon immer gegensätzliche Kräfte: Ihre Mutter ist strenggläubig, ihr Vater ein trotziger Pragmatiker, und auch als Studentin in Oxford freundet sie sich sowohl mit der weltoffenen Shirin als auch mit der Kopftuch tragenden Mona an. Es ist eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen drei sehr unterschiedlichen Frauen mit muslimischem Hintergrund - Shirin, die Sünderin, Mona, die Gläubige, und Peri, die Verwirrte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2016

Als große Parabel auf die Zustände in der gegenwärtigen Türkei liest Irene Binal Elif Shafaks Roman. Dass die Autorin eher Fragen stellt als Antworten zu geben, nach dem Glauben, der Identität und der Tradition, gefällt ihr gut. Wie Shafak ihre junge, kritische Protagonistin, sich als Mittlerfigur mit ihrer Familie auseinandersetzen lässt, mit Rollenmustern und der Zerrissenheit der Türkei zwischen Säkularismus, Kemalismus und Islam, scheint ihr scharf beobachtet und gekonnt in Handlung überführt. Shafaks Prosa findet die Rezensentin klar und von einem Hauch Orient umgeben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2016

Fridtjof Küchemann hat sich mit der türkischen Autorin Elif Shafak zum Gespräch getroffen, kommt in seinem Porträt aber auch wohlmeinend auf ihren neuen Roman zu sprechen. Seit dreizehn Jahren erscheinen Shafaks Bücher auf Englisch, die türkischen Nationalisten erkennen sie deshalb nicht mehr als eine der Ihren an, weiß Küchemann, der ahnt, dass damit auch gleich eine politisch unbequeme Autorin abgeschoben werden soll: Denn "Der Geruch des Paradieses" verhandelt Religion und Feminismus am Beispiel drei gebildeter Musliminnen in Oxford, die jeweils auf sehr unterschiedliche Weise Identitätskonflikte für sich lösen. Küchemann findet Shafak vor allem als politische Stimme bedeutend, schätzt sie aber auch sehr für ihren Witz und feine Figurenzeichnung.