Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob. Dieses Buch ist weit über seinen historischen Gegenstand hinaus ein durch und durch zeitgenössischer Roman. Und es ist zugleich eine Hymne an die multikulturelle Stadt im Allgemeinen und an Konstantinopel im Besonderen. Der Kollision der Kulturen, der Brachialgewalt des Missionarischen, wird die behutsam geschilderte Begegnung zweier Entwurzelter gegenübergestellt, die hoffnungslos bleiben muss, aber zu einer Verwandlung von Sigurd dem Jerusalemfahrer führt, die seine Zeitgenossen nicht verstehen konnten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2005
Recht zufrieden ist Marion Löhndorf mit Thorvald Steens "semihistorischem" Roman über den norwegischen Kreuzfahrer-König Sigurd, der tatsächlich lebte, und seiner fiktiven Liebe zu einer Muslimin in Konstantinopel. Der Höhepunkt des Romans ist Sigurds Krise, die aus der Unmöglichkeit der Liebe über die Kulturen hinweg resultiert, erfahren wir. Konstantinopel, so Löhndorf, wird dem desillusionierten Sigurd und damit auch dem Leser zum Symbol der Vergänglichkeit. Dass der Erzähler öfter seine Rolle verlässt, um auf das Fiktive der Geschichte oder die große zeitliche Distanz zwischen Erzähltem und Erzählung hinzuweisen, weist für die Rezensentin auf die "(post)moderne" Anlage der Geschichte hin. Die Sätze sind "kurz und simpel", die Sprache, von Steen "bewusst einfach" gehalten, vermittelt stellenweise die gewünschte "Intimität und Unmittelbarkeit", manchmal aber lässt sie den Roman auch dem Kitsch gefährlich nahe kommen, resümiert Löhndorf.
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