Kaum hatte Goethe sich im amerikanischen Revolutionsjahr Jahr 1776, diesem Aufbruch zu angewandter Aufklärung, entschlossen, in Weimar zu bleiben und selbst dort aufklärend zu "regieren!!!", wie er ins Tagebuch schrieb, da gehörte sogleich auch das Theater zu seinem ehrgeizigen Bildungsprojekt. Zunächst als "Liebhabertheater", für das er verschiedene Stücke schrieb und aus Leipzig eine Star-Schauspielerin, Corona Schröter, engagierte, dann wurde das Theater einer privaten Schauspieltruppe übertragen und 1791 schließlich das Herzogliche Hoftheater gegründet. Direktor: Geheimrat Goethe. Er blieb es für 26 Jahre - länger als jeder deutsche Intendant vor oder nach ihm - und war in dieser Zeit für mehr als viertausend Aufführungen verantwortlich, einschließlich Opern. Hier werden die diesbezüglich geschriebenen Aufsätze, epische Gedichte, Reden, Gespräche zum Theater, Berichte von der Probenarbeit (auch mit Schiller), Regeln für Schauspieler und die Chronik der Weimarer Bühne unter Goethes Direktion erstmals systematisch zusammengestellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.03.2007
Dieter Borchmeyer begrüßt diesen Band über Goethes Theaterarbeit von Ekkehart Krippendorf, der einmal mehr das lange, auch in der einschlägigen Forschung kursierende Vorurteil widerlegt, Goethe habe es an Theaterinstinkt gefehlt. Dass gerade ein fachfremder Autor und Goethe-Liebhaber wie der Politologie Krippendorf die Bühnenspuren des mit sämtlichen Aspekten des Theaters vertrauten Weimarer Klassikers verfolgt, scheint Borchmeyer bezeichnend. Der Band versammelt zu seiner Freude alle "wesentlichen" Theaterreden und -schriften Goethes. Dabei bescheinigt er Krippendorf, die "theatralische Sendung" Goethes mit dem "leidenschaftlichen und geistvollen Engagement des Liebhabers" zu würdigen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2006
Überfällig findet Rezensent Manfred Osten die Edition von Goethes Texten zur Theaterpraxis, deren Bedeutung seiner Ansicht nach immer noch unterschätzt wird. In diesem Zusammenhang stellt besonders der einleitende Essay von Herausgeber Ekkehart Krippendorf für Osten ein "erhellendes Plädoyer" für eine erneute Beschäftigung mit Goethe als Theaterdirektor dar. Auch das Vorwort von Peter Stein wird vom Rezensenten gewürdigt. Besonders Goethes "Parameter einer Sprecherziehung" können aus seiner Sicht bis heute als "Qualitätskriterien" Gültigkeit beanspruchen.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…